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Im Spagat: Privatleben und Beruf(ung)

16. Mai 2019
13:00 Uhr – 17:15 Uhr

Die Vereinbarung von Berufsleben und Privatleben wird insbesondere von den Angehörigen der Gesundheits- und Sozialberufe zunehmend als Spagat erlebt. Dieser Eindruck kommt nicht von ungefähr, da die Gesundheits- und Sozialberufe die unmittelbare Fürsorge für das Wohlergehen hilfsbedürftiger und kranker Menschen zur Aufgabe haben, die eine kulturell verankerte und religiös begründete besondere Zuwendungherausfordern. Krankheit hält sich nicht an Dienstzeiten.
Dementsprechend galt es noch bis vor kurzer Zeit in den Pflegeberufen und bei Ärzten als selbstverständlich, für den Patienten unbedingt und zeitlich annähernd unbegrenzt zur Verfügung zu stehen. Diese Sichtweise einer Berufung scheint sich gegenwärtig zu ändern. Mit der Begrenzung von ökonomischen Ressourcen und mit zunehmendem Personalmangel in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen bei gleichzeitiger Ausweitung medizinischer Verfahren und Therapiemöglichkeiten sowie veränderten Erwartungshaltungen von Patienten, Bewohnern und Angehörigen, die schnellstmöglich optimale Behandlungsstandards und Behandlungsergebnisse einfordern, sind Anforderungen entstanden, die von vielen Angehörigen der Gesundheits-und Sozialberufe als auf Dauer nicht ertragbar und nicht zu leisten empfunden werden. Steigende Zahlen von Krankschreibungen wegen Burn-Out oder das Phänomen des Cool-Out werden als unmittelbare Folgen dieser Entwicklung angesehen und veranlassen gegenwärtig die Gesundheitspolitik, mit rasch entworfenen und nur wenig systemändernden Maßnahmen in Erscheinung zu treten. Erwartete Arbeitsentlastungen durch die Digitalisierung in den Gesundheits- und Sozialberufen haben sich bisher nicht eingestellt.
Gleichzeitig wird auch das Privatleben organisatorisch zunehmend kompliziert. Eine Folge dieser Entwicklungen besteht darin, dass gerade in den Gesundheits- und Sozialberufen mit dem Begriff der Work-Life-Balance die Frage nach der Organisation des Lebens zwischen Beruf und Privatem in den Blickpunkt gerückt ist und beide Bereiche als grundsätzlich getrennt voneinander wahrgenommen werden. Die durch die christliche Tradition der Caritas geförderte Auff assung, dassinsbesondere Heil- und Pflegeberufe eine Berufung darstellen, scheint hierdurch auf den Prüfstand zu geraten.
Die Herausforderung Angesichts dieser Entwicklungen gilt es zu untersuchen, wie ein sinnvolles Konzept der berufl ichen Arbeit im Gesundheitsund Sozialbereich aussehen kann und welche Kriterien hierfür maßgeblich sind. So müssen z. B. Arbeitsabläufe und institutionelle Zwänge im Krankenhaus und in Altenhilfeeinrichtungen auf ihre Notwendigkeit hin evaluiert werden. Ebenso stellt sich die Frage, wie Kräfte zur Stressbewältigung und Ausgeglichenheit (Resilienz) von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestärkt werden und welche organisatorischen Modelle für eine gelingende Verbindung von Beruf und Privatem einschließlich der Familie aussehen können. Die Klärung der Frage, wie der Arbeitsplatz im Gesundheits- und Sozialbereich künftig, nicht zuletzt unter Berücksichtigung des Gedankensder Caritas, ausgestaltet werden soll, ist angesichts der gegenwärtig stattfindenden Entwicklung dringlich.


Ziel der Veranstaltung
Die Veranstaltung soll die Gründe für das zunehmende Gefühl der Unvereinbarkeit von Beruf und Privatem und ihren jeweiligen Anforderungen herausarbeiten und mögliche Lösungsmodelle analysieren und diskutieren. Mit diesen Fragen werden sich vier Workshops auseinandersetzen, die sich der Resilienzstärkung, der Analyse institutioneller Zwänge, der Organisation von Beruf und Privatem einschließlich der Familie sowie einer reflektierten Vision von einem »Arbeitsplatz 2030« beschäftigen. Diese Themen sollen insbesondere auch vor dem Hintergrund eines christlichen Wertekanons besprochen werden. Ziel der Veranstaltung ist es, relevante Kriterien für die zukünftige Arbeit in christlichen Gesundheits- und Sozialeinrichtungen darzulegen.


Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Berufsgruppen innerhalb der Hildegard-Stiftung und der Marienhaus Stiftung und benachbarter Träger von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen.

Tagungsort
St. Elisabeth-Krankenhaus
Koblenzer Str. 91
54516 Wittlich

ANMELDUNG
Frau Maritta Zahn
Tel: 0261 6402-511
Fax: 0261 6402-300
E-Mail: mzahn@pthv.de

Weitere Informationen finden Sie im Flyer hier.

Kontakt

Stefanie Fein

Philosophisch-Theologische
Hochschule Vallendar (PTHV)
Rektorat
Pallottistr.3,
56179 Vallendar

Tel.: +49 261 6402-255
Fax: +49 261 6402-300
E-Mail: sfein@pthv.de