"Kulturelle Vielfalt und Konflikte in Gesundheitseinrichtungen" (TONGUE)

Projektstart an der PTHV

Das Team der Forschergruppe TONGUE (obere Reihe v.l.n.r.) Dr. Sabine Könninger (Wiss. Mitarbeiterin), Daniela Kiefer-Fischer (Studentische Mit-arbeiterin), JProf. Dr. Sabine Nover (Lehrstuhl Methodologie), (untere Reihe v.l.n.r.) Prof. Dr. Helen Kohlen (Lehrstuhl Care Policy und Ethik in der Pflege), Nils Fischer (Wiss. Mitarbeiter)/ Foto: Timo Kessler

Vallendar, 25.09.2018. Zum September 2018 (Laufzeit bis 31.03.2021) startete offiziell das Projekt "Kulturelle Vielfalt und Konflikte in Gesundheitseinrichtungen" (TONGUE) an der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV). Das TONGUE-Projektteam stellte sich Vertretern der drei ausgewählten Gesundheitseinrichtungen (Marienhaus Stiftung Waldbreitbach, Paul Gerhardt Diakonie Berlin, Klinikum Bremen) bei einer Kick-off-Veranstaltung in Vallendar vor. So informierte Prof. Dr. Helen Kohlen, Lehrstuhl für Care Policy und Ethik in der Pflege an der PTHV (Projektleitung), über die Hintergründe und den Ansatz des Projektes, JProf. Dr. Sabine Nover, Lehrstuhl für Methodologie und qualitative Methoden der Pflege- und Gesundheitsforschung über den methodischen Ansatz, und Nils Fischer, wissenschaftlicher Mitarbeiter, über die zu erwartenden Ergebnisse für die Praxis.

Der durch Migrationsprozesse angestoßene Wandel von Normen und Werten betrifft auch die Institutionen im Gesundheitswesen und lässt sich im Bereich der klinischen Ethik verorten. Interkulturelle Kontakte gehören zum Alltag der medizinischen und pflegerischen Praxis. Im Idealfall ist die medizinische und pflegerische Versorgung kultursensibel und von Vertrauen und Verantwortung geprägt. Studien verweisen jedoch auf konflikthafte Situationen in der Versorgungswirklichkeit. Zur Lösung erfordern sie eine Differenzierung der Probleme und ihrer ursächlichen Zusammenhänge. "Unser strikt anwendungsorientiert konzipiertes Projekt zielt darauf, Konfliktsituationen, ihre Anlässe, Ursachen und Bewältigungsstrategien wie auch Grenzen im Umgang mit interkulturellen Herausforderungen zu explorieren und zu analysieren", erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Helen Kohlen.

Daraus werden praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Konzepte im Sinne von Lösungsansätzen entwickelt, die nachhaltige Wirkungen entfalten können. Die Untersuchung wird auf drei Ebenen der beteiligten Organisationen stattfinden: Management, Ethikkomitee sowie medizinisch/pflegerische Versorgung. Die übergreifende Forschungsfrage lautet: Welche Konflikte lassen sich im Umgang mit interkulturellen Herausforderungen in der Krankenhauswirklichkeit identifizieren und welche Lösungsstrategien sind auf der Ebene des Mana-gements, der Ethikkomitees, der alltagspraktischen Interaktion (Pflege und Medizin) sowie im Zusammenspiel zu finden bzw. möglich?

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Weitere Informationen über das Projekt finden Sie unter: www.pthv.de/tongue