"Vallendarer Hochschuldialog"

Neues Format an der Pflegewissenschaftlichen Fakultät

Dr. Helen Güther (links) und Prof. Dr. Manfred Schnabl (rechts) referierten beim ersten Hochschuldialog/ Foto: Nils Fischer

Vallendar, 31.10.2018. Im Rahmen des Fakultätsfestes der Pflegewissenschaftlichen Fakultät am Freitag, 26.10.2018, fand in diesem Jahr erstmals ein neues Veranstaltungsformat, der "Vallendarer Hochschuldialog" statt.

"Die Idee dieses Konzeptes ist es, zwei Personen miteinander ins Gespräch zu bringen, die sich im Rahmen ihrer Forschung mit einem Phänomen, einem Thema, einer Herangehensweise oder einer Perspektive aus der Pflegewissenschaft befasst und dazu ähnliche, divergierende oder komplementäre Blickwinkel eingenommen bzw. Positionen bezogen haben", erklärt Frau JProf. Dr. Sabine Nover, Lehrstuhl für Methodologie an der PTHV, das neue Format. "In diesem Forum wird damit den Vortragenden die Möglichkeit geboten, ihre Arbeit bekannt zu machen und miteinander und mit dem Publikum in den Dialog zu treten. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erhalten dadurch exklusive Zugänge zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen."

Den Auftakt gaben Dr. Helen Güther (Universität Witten/Herdecke) zum Thema "Anerkennungskonflikte in der Gerontologischen Pflege" und Prof. Dr. Manfred Schnabel (Ev. Hochschule Ludwigsburg) zum Thema "Macht und Subjektivierung im Demenzdiskurs". Beide wurden kürzlich an der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der PTHV promoviert und haben ihre Arbeiten in der fakultätseigenen Reihe "Vallendarer Schriften der Pflegewissenschaft" veröffentlicht, die im Verlag Springer Research erscheint.

Der mit rund 30 Personen gut besuchte Hochschuldialog bot interessante Einblicke in zwei sehr unterschiedliche Blickwinkel auf das hoch relevante Phänomen Demenz. "Während Dr. Güther aus der Position der Kritischen Theorie die Situation pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz in den Fokus nahm, und dabei sehr tiefgründig die Frage nach Anerkennung und damit zusammenhängenden Konflikten beantwortete, analysierte Prof. Schnabel, vor allem theoretisch und methodologisch beeindruckend, aus poststrukturalistischer Perspektive den gesellschaftlichen Diskurs über Demenz und identifizierte dabei drei sehr unterschiedliche diskursive Formen mit je eigenen Argumentationsregeln", berichtet JProf. Nover. In der anschließenden Diskussion bat Prof. Dr. Hermann Brandenburg, Lehrstuhl für Gerontologische Pflege an der PTHV, als Moderator die beiden Referenten zu drei Punkten Stellung zu nehmen: einer ggf. veränderten Sicht auf die eigene Arbeit, kritischen Fragen an die Arbeit der/des anderen sowie Anschlussfähigkeit der eigenen an die andere Arbeit. Die Vorträge sowie die folgende lebhafte und kontroverse Diskussion haben viele Denkanstöße geben können. Die Reihe wird in regelmäßigen Abständen fortgesetzt.