Aufbau eines Forschungsverbundes Psychiatrische Pflege in Rheinland-Pfalz

(Stand: 31.01.2019)

Titel
Förderung des Aufbaus eines Forschungsverbundes Psychiatrische Pflege in Rheinland-Pfalz (FvpP)

Projektträger
Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar (PTHV gGmbH) vertreten durch den Geschäftsführer Michael Zimmermann

Ansprechpartner/innen
Prof. Dr. Frank Weidner, Lehrstuhl Pflegewissenschaft, PTHV (Koordinator); Prof. Dr. Brigitte Anderl-Doliwa, Professur für erweiterte Pflegekompetenz bei langfristigem Versorgungsbedarf (Schwerpunkt Psychiatrie), Kath. Hochschule Mainz (Stellv. Koordinatorin)

Verbundpartner
Frank Müller, Pflegedirektor Rheinhessen Fachklinik Alzey (Landeskrankenhaus); Sandra Postel, Stabsstelle Pflege Marienhaus Stiftung, Vizepräsidentin Landespflegekammer Rheinland-Pfalz; Prof. Dr. Sabine Weißflog, Professur für klinische Pflege (Schwerpunkt Psychiatrie) an der Hochschule Frankfurt; Prof. Dr. habil. Michael Schulz, Professur für psychiatrische Pflege an der Fachhochschule der Diakonie, Bielefeld

Laufzeit
1.4.2019 – 31.03.2022

Hintergrund und Ziele
Psychiatrische Grunderkrankungen nehmen an Häufigkeit und Umfang in den Industrieländern zu und stellen somit eine große Herausforderung für die Gesellschaft dar. Dies nicht zuletzt auch, weil die Versorgungssysteme insbesondere in strukturschwachen Regionen an ihre personellen und konzeptionellen Grenzen stoßen. Vor diesem Hintergrund fanden und finden in Deutschland sowohl auf Bundes- wie auf Länderebene auch Reformprozesse der psychiatrischen Pflege statt. In verschiedenen dieser Reformen wurden und werden die Rahmenbedingungen und Anforderungen an die Versorgungssysteme weiterentwickelt. Nicht zuletzt gewinnt die wissenschaftliche Grundlegung von zu erbringenden und solidarisch zu finanzierenden Leistungen in der gesundheitsbezogenen Versorgung an Bedeutung. Belege für die Wirksamkeit von pflegerischen Interventionen und Maßnahmen werden zusehends eingefordert, so auch im Feld der psychiatri-schen Pflege.

In Rheinland-Pfalz existiert eine außergewöhnliche und innovationsfreundliche Pflegeinfrastrukturlandschaft. So verfügt das Land nicht nur über die erste und bislang einzige universitäre Fakultät Pflegewissenschaft an der PTHV in Vallendar. Auch die erste Landespflegekammer in Deutschland wurde in Rheinland-Pfalz be-gründet. Eine der wenigen Professuren mit einem Lehrgebiet im Kontext psychiatrischer Pflege existiert an der Katholischen Hochschule in Mainz. Das Land verfügt darüber hinaus über leistungsstarke und innovativ ausgerichtete öffentliche und private Träger und Einrichtungen der stationären und ambulanten psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung.
Insgesamt ergibt sich aus dieser Akteurslandschaft ein besonderes Innovationspotenzial gerade im Hinblick auf eine grundlegende wie anwenderbezogene Forschung im Kontext psychiatrisch-pflegerischer Versorgung, die in Deutschland Vorbildcharakter gewinnen kann.

Akteure aus diesen Einrichtungen und weitere assoziierte Kolleginnen und Kollegen haben in der Vergangenheit immer wieder über Möglichkeiten gesprochen, die Innovationspotenziale der psychiatrischen pflege gerade mit Blick auf die Wissenschaft, Forschung und Entwicklung zu bündeln und damit auch Beiträge zur Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Menschen zu leisten. Am Lehrstuhl Pflegewissenschaft der PTHV konnten so in der Vergangenheit immer wieder einzelne Qualifikationsarbeiten betreut werden, so etwa zuletzt die Dis-sertation von Prof. Dr. Brigitte Anderl-Doliwa. Die von ihr bekleidete Professur an der Katholischen Hochschule Mainz ist eine Stiftungsprofessur auf Initiative der beiden größten Anbieter psychiatrischer Leistungen in Rheinland-Pfalz, das Lan-deskrankenhaus (AöR) und das Pfalzklinikum (AdöR) in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.

Um die bestehenden Ansätze nunmehr systematischer mit Blick auf einen hochschul- und institutionsübergreifenden Forschungsverbund voranzubringen, ist nun beabsichtigt, über einen Zeitraum von drei Jahren einen Vorbereitungs- und Förderprozess zu organisieren, um am Lehrstuhl Pflegewissenschaft der PTHV den Verbund aufbauen zu können. Ziele Ziele des Verbundvorhabens bestehen darin, eine regional verankerte Netzwerk- und Infrastruktur zu entwickeln und zu festigen, die es ermöglicht, in den kommenden Jahren gezielt Ansätze der psychiatrischen Pflege zu identifizieren, die mittels Forschung, Innovation, Erprobung und Evaluation neue und wirkungsvolle pflegerische Versorgungsformen hervorbringen können. Dazu gehören heute vermehrt teilstationäre, ambulante und lebensweltlich verankerte Formen der Be-gleitung und Unterstützung von Betroffenen gerade auch in ländlichen Berei-chen. Im Kontext der Arbeit des Verbundes sollen daher nach Möglichkeit auch praktische Beiträge geleistet werden. Letztlich geht es um die Schaffung von nachhaltigen Prozessen, die auch nach dem Ende der Förderphase die organisierte Zusammenarbeit ermöglichen. Ausdrücklich dazu gehört deshalb auch während der Förderphase das Einwerben von zusätzlichen Netzwerkpartnern und Drittmittelgebern.

Maßnahmen/ Entwicklungsschritte

  • Literaturrecherche: Erstellung einer Literaturstudie zu den „Aktuelle Heraus-forderungen und zukunftsweisende Ansätze der professionellen psychiatrischen Pflegepraxis“
  • Verbundtreffen: Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von halbjährlich stattfindenden ganztägigen Verbundtreffen in Vallendar
  • Forschungs- und Entwicklungssynopse: Gemeinsame Entwicklung einer wissenschaftsbasierten Synopse zu aktuellen und zukünftigen Problemen und Herausforderungen der psychiatrischen Pflege sowie der vielversprechenden (und ggf. zu erforschender) Interventionsansätze
  • Einbindung/ Förderung von Promotionen [pdf]
  • Durchführung einer öffentlichen Abschlussveranstaltung der Förderphase

Kosten und Finanzbedarf
Für Projektleitung, studentische Mitarbeit, Verbundtreffen, zwei Promotionen, Durchführung einer Abschlussveranstaltung und eines verwaltungsbezogenen Overheads wurden Gesamtkosten in Höhe von rund € 53.020,- für den Projektzeitraum von drei Jahren kalkuliert.

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