Pius-Parsch-Forschung

Der weltbekannte Liturgiepionier und Klosterneuburger Chorherr, Pius Parsch (1884-1954) war einer der maßgeblichen Reformtheologen zur Zeit der Liturgischen Bewegung und der Epoche vor dem II. Vatikanischen Konzil (1962-1965), das – vielfach auf seinen Ansätzen aufbauend – für die Weltkirche eine grundlegende Reform des Gottesdienstes in die Wege geleitet hat. Pius Parsch entwickelte in seinen Schriften das Grundprinzip der „Aktiven Teilnahme“ am Gottesdienst als theologisches Existenzial des Liturgiebegriffs. Von daher wurde Parsch zum Begründer des zweiten und „realistischen Zweiges" (R. Guardini) der Liturgischen Bewegung : die „Volksliturgische Bewegung“, deren Wiege - nicht nur für das deutsche Sprachgebiet - in der Kirche St. Gertrud in Klosterneuburg liegt. Die Liturgiekonstitution des Konzils Sacrosanctum Concilium basiert auf diesem grundlegenden Liturgieaxiom. Heute - 40 Jahre nach der offiziellen Liturgiereform - wird Pius Parsch als einer der Großen der vorkonziliaren Pioniere der Liturgieerneuerung wieder entdeckt und neu gelesen. Das Projekt „Pius - Parsch - Forschung “ verfolgt den besonderen liturgietheologischen Beitrag von Pius Parsch in verschiedenen einschlägigen schon abgeschlossenen oder geplanten zukünftigen Studien, sowie die kompetente Kommentierung und Neuauflage der wichtigsten Schriften von Parsch selbst. Das Ziel ist die Relecture und das Fruchtbarmachen seiner theologischen und liturgiepastoralen Ansätze für heute und morgen. Dabei wird klar, dass der Begriff „Volksliturgie“ nicht – wie bisher oft missverstanden – der bloßen Popularisierung der Liturgischen Bewegung galt, sondern ein theologischer Begriff mit eigenen und genuinen theologischen Konturen ist.

Symposion: „Pius Parsch in der liturgiewissenschaftlichen Rezeption“ am 19. und 20. November 2004 in Klosterneuburg

Aus Anlass des Pius-Parsch-Gedenkjahres 2004 zum 100. Eintritts- und 50. Todestag veranstalteten der Liturgiewissenschaftliche Lehrstuhl Salzburg, das Österreichische Liturgische Institut und das Stift Klosterneuburg ein internationales Symposion zur Aufarbeitung und Neubewertung des Lebenswerkes und der Schriften von Pius Parsch mit den Referenten: A. Redtenbacher, F. Röhrig, R. Pacik, A. Heinz, A. Ehrensperger, B. J. Krawczyk, M. Wekerle, A. Grillo. Das ertragreiche Symposion brachte einige bisher wenig bedachte bzw. auch neue Erkenntnisse.

 

Die Ergebnisse des Symposions sind vollständig dokumentiert in: W. Bachler / R. Pacik / A. Redtenbacher (Hg.), Pius Parsch in der liturgiewissenschaftlichen Rezeption. Klosterneuburger Symposion 2004 (PPSt 3), Würzburg 2005.

Schon vor dem Symposion war das Themenheft HlD 58 (2004) Heft 2 unter dem Titel „Pius Parsch – Pionier liturgischer Erneuerung“ erschienen.

Ausführliche Berichte über das Symposion bieten:
1.) P. Bircher, Zur liturgiewissenschaftlichen Rezeption von Pius Parsch. Internationales Symposion in Klosterneuburg, in: LJ 55 (2005) 188-192.
2.) St. Schmid-Keiser, Die Rezeption liturgischer Erneuerung am Beispiel Pius Parsch, in: HlD 59 (2005) 126-129.
3.) J. Gregur, Pius Parsch in der liturgiewissenschaftlichen Rezeption. Pius-Parsch-Symposion in Klosterneuburg vom 19.-20. November, in: BiLi 78 (2005) 267-271
4.) A. Redtenbacher, Pius Parsch muss neu entdeckt werden. Internationales Symposion zur Aufarbeitung der Reformvorhaben des vor 50 Jahren verstorbenen österreichischen Augustiner-Chorherren, in: ON 44 (2005) 26-26.

1. Pius Parsch: Leben und Wirken im Überblick
 
2. Literaturübersicht über Pius Parsch:
Eine Gesamtübersicht der bisher über Pius Parsch erschienen Literatur wurde anlässlich des Pius - Parsch - Gedenkjahres 2004 erstellt und ist zu finden in:
A. Erhebung von Aussagen, Zeugnissen und Stellungnahmen von noch lebenden Zeitzeugen von Pius Parsch vor allem aus dem Umfeld der ehemaligen Liturgiegemeinde St. Gertrud, aber auch darüber hinaus, mit dem Ziel der entsprechende Auswertung der Interviews in einer eigenen Publikation, um für die Zukunft der Forschung zusätzliches Quellenmaterial über Parsch zu sichern.
3. „Pius-Parsch-Studien. Quellen und Forschungen zur Liturgischen Bewegung“ (PPSt):
Ein Gremium namhafter Liturgiewissenschaftler hat es sich zur Aufgabe gemacht, Werke über und von Parsch in der Reihe „PIUS-PARSCH-STUDIEN“ (Echter-Verlag) zu publizieren und damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Ihm gehören an: Andreas Redtenbacher (Hauptherausgeber, Trier/Klosterneuburg), Hans-Jürgen Feulner (Wien), Ansgar Franz (Mainz), Basilius J. Groen (Graz), Andreas Heinz (Trier), Birgit Jeggle-Merz (Luzern/Chur), Reinhold Malcherek (Troisdorf/Bergheim), Reinhard Meßner (Innsbruck), Rudolf Pacik (Salzburg), sowie: Bernhard Backovsky (Klosterneuburg), Rudolf Schwarzenberger (Wien), Winfried Bachler (Salzburg).
 
Bisher sind erschienen:
Band 1: Pius Parsch, Volksliturgie. Ihr Sinn und Umfang, Würzburg 2004.
Band 2: Roman Stafin, Eucharistie als Quelle der Gnade bei Pius Parsch, Würzburg 2005.
Band 3: W. Bachler / R. Pacik / A. Redtenbacher (Hg.), Pius Parsch in der liturgiewissenschaftlichen Rezeption. Klosterneuburger Symposion 2004, Würzburg 2005.
Band 4: Pius Parsch, Messerklärung im Geist der liturgischen Erneuerung. Neu eingeleitet von Andreas Heinz, Würzburg 2006.
Band 5: Eugen Daigeler, Liturgische Bildung als Weg zur aktiven Teilnahme, Würzburg 2006.
Band 6: Boleslaw J. Krawczyk, Die Stellung d. Laien in der Liturgie bei Pius Parsch, Würzburg 2007.
Band 7: Pius Parsch, Das Jahr des Heiles. Neu eingeleitet von Harald Buchinger, Würzburg 2008.
Band 9: Pius Parsch / Robert Kramreiter, Neue Kirchenkunst im Geist der Liturgie. Eingeleitet von Rudolf Pacik, Würzburg 2010

Kontakt

Prof. Dr. habil. Andreas Redtenbacher

 

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