Exorzismus oder Liturgie zum Befreien vom Bösen?

Exorzismus oder Liturgie zur Befreiung vom Bösen?: Zu einer notwendigen Diskussion in der katholischen Kirche

 

Ende Januar 1999 wurde in Rom erstmals seit 1614 ein neuer Ritus für den Großen Exorzismus vorgestellt, was von der Öffentlichkeit überwiegend mit Spott aufgenommen wurde. Die Neuausgabe des Exorzismus trifft aber auch in eine Zeit, in der das Okkulte Hochkonjunktur zu haben scheint und in der sich das Böse in der Welt tagtäglich nahezu mit Händen greifen lässt. Aber:
- Ist dieser Exorzismus in unserer westlichen Kultur noch zeitgemäß?
- Ist die überkommene Vorstellung von Besessenheit noch haltbar?
- Ist die Besessenheit nicht in erster Linie ein Krankheitsphänomen?
Die Autoren wollen dazu beitragen, dass in der katholischen Kirche der Weg von dem aus einem anderen Weltbild stammenden Exorzismus zu einer Liturgie zur Befreiung vom Bösen beschritten wird. Nicht zuletzt in Verbindung mit der Krankenpastoral könnte eine solche "Befreiungsliturgie" Menschen helfen, die sich in besonderer Weise vom Bösen bedrängt fühlen

Besessenheit, Zauberei und ihre Heilmittel

Besessenheit, Zauberei und ihre Heilmittel

Die Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit, ihre Entstehung, ihr Verlauf, ihre rechtliche Begründung, ihre Befürworter und ihre Gegner sind inzwischen recht gut erforscht. So gut wie keine Notiz hat die bisherige Forschung von den Büchern genommen, die im Folgenden als Exorzismushandbücher bezeichnet werden. Sie sind nicht Teil der Hexenverfolgung, entstammen aber demselben weltanschaulichen Hintergrund, der sehr weitgehende dämonische Einflussmöglichkeiten auf Mensch und Tier, ja selbst auf das Wetter vertrat. Die wichtigsten Stichworte sind Besessenheit und Zauberei. Die Exorzismushandbücher enthalten kirchliche Angebote, mit deren Hilfe die Menschen von diesen dämonischen Einflüssen befreit oder davor bewahrt werden sollen. Man findet sie im 16., 17. und 18. Jahrhundert in großer Zahl. Es werden drei solcher Exorzismushandbücher inhaltlich vorgestellt und miteinander verglichen. Zwei stammen von dem italienischen Minoriten Girolamo Menghi und eines von dem Antwerpener Domkapitular Maximilian von Eynatten. Ältere europäische Bibliotheken enthalten diese Bücher in erstaunlicher Anzahl, auch in Deutschland. Vom Umfang der drei Bücher her beschränken wir die Dokumentation auf die Anweisungen an die Exorzisten und auf die jeweils erste Exorzismushandlung. Die weiteren werden in ihrer Struktur und ihren Besonderheiten dargestellt. Wichtiges Ziel ist der Vergleich der drei Handbücher untereinander und mit dem Exorzismuskapitel des Rituale Romanum von 1614, der einige überraschende Erkenntnisse zu Tage fördert.  

Causa Pater Richard Henkes SAC

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