Wissenschaftstheorie

Verantwortlich: Prof. Dr. Brandenburg

Der Schwerpunkt des Masterstudiums lag auf Forschungsmethoden und deren Einsatz. Die Pragmatik und die Praxis standen im Vordergrund. Darüber hinaus ist die grundlegende Beschäftigung und Auseinandersetzung mit den Hintergründen, Paradigmen und methodologischen Wurzeln einzelner Forschungsmethoden wichtig, um diese in ihrem Möglichkeiten und Grenzen beurteilen zu können. Für die intellektuelle Auseinandersetzung - auch mit anderen Disziplinen sowie die Verteidigung der eigenen Forschungsarbeit -  ist eine intensive Beschäftigung mit wissenschaftstheoretischen Fragen unverzichtbar. Weiterhin ist für die Entwicklung eines kritischen Verständnisses von Pflegewissenschaft (und ihrer Anschlussfähigkeit an die etablierten Wissenschaften) die Beschäftigung mit „kritischer Pflegewissenschaft“ hilfreich. Und schließlich muss - gerade in der (Post)-Moderne – ein sensibler Umgang mit den Grenzen des Wissens vermittelt werden und die Zunahme des Nicht-Wissens reflektiert werden. Die gesamten Diskussionen sollen nicht nur ein vertieftes Verständnis wissenschaftstheoretischer Grundlagen provozieren, sondern immer an aktuelle pflegewissenschaftliche Fragen und Debatten rückgebunden werden.

 

Thema 1: Was ist Wissenschaft? (Prof. Dr. Brandenburg, PTHV)

Die Veranstaltung zielt darauf ab den Begriff von Wissenschaft (im Unterschied zu vor- und unwissenschaftlichen Ansätzen) zu bestimmen, die Kriterien von „Wissenschaftlichkeit“ zu prüfen sowie die verschiedenen Wissenschaftsbegriffe (vom kontemplativen Wissenschaftsverständnis der Antike bis hin zu einem postmodernen Wissenschaftsverständnis) darzulegen. Abschließend kann und muss die Frage diskutiert werden, welchen Begriffbegriff die Pflegewissenschaft hat bzw. haben sollte.

Hinweis: Arbeitsunterlagen (vor allem klassische Texte) werden den Seminarteilnehmern im Vorfeld des Seminars zugeleitet.

-          Wissenschaftstheorie, Wissenschaftssoziologie, Wissenschaftsgeschichte

-          Kriterien von „Wissenschaft“

-          Aristoteles, Bacon, Popper – drei verschiedene Wissenschaftsbegriffe

-          Systematik der Wissenschaften (Kant)

-          Entwicklung der Wissenschaften bis zur modernen Postmoderne (Welsch)

-          Aktualität von Wissenschaftstheorie

-          Wissenschaftstheorie und Pflegewissenschaft

Textgrundlagen

Brandenburg, H. & Dorschner, S. (2008). Pflegewissenschaft 1 (2. Aufl.). Bern: Huber (als Einstieg empfehlenswert).

Chalmers, A.F. (1994). Wege der Wissenschaft. Heidelberg: Springer, 1-124 (eine der besten - und nachvollziehbaren - Einführungen in die Wissenschaftstheorie überhaupt).

Kenny, J.W. (1996)(Ed.), Philosophical and Theoretical Perspectives for Advanced Nursing Practice. Boston: Jones & Bartlett Publishers (eine sehr guter Einstieg in die wissenschaftstheoretischen und philosophischen Orientierungen in der Pflegewissenschaft).

Mittelstraß, J. (2004). Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. 4 Bd., Stuttgart: Metzler (für Fortgeschrittene, als Lexikon und Nachschlagewerk unverzichtbar).

Nicoll, L.H. (1997)(Ed), Perspectives on Nursing, 3rd ed., Philadelphia: Lippincott (eine wahre Fundgrube, in der alle wichtigen Originalaufsätze zusammengestellt sind).

 

Thema 2: Wissensproduktion in der Pflege – Die Pflegewissenschaft als Modus 2-Wissenschaft;  (Dr. Berta Schrems)

Im Kurs wird vor dem Hintergrund der Wissensproduktion im wissenschaftshistorischen Kontext das Konzept der Modus 1- und Modus 2-Wissenschaft der WissenschaftstheoretikerInnen Helga Nowotny, Peter Scott und Michael Gibbons[1]  vorgestellt. Zur Beantwortung der Frage, welcher Form von Wissensproduktion sich die Pflegewissenschaft im ausgehenden 21. Jahrhundert bedient, werden die Merkmale der Modus 2-Wissenschaft Kontextualisierung und daraus folgende Transdisziplinarität und institutionelle Vielfalt, soziale Verantwortung und Reflexivität sowie die besondere Form der Qualitätskontrolle mit Beispielen aus der Pflegewissenschaft zusammengeführt.

[1] Nowotny, H., Scott, P., Gibbons, M. (2008). Wissenschaft neu denken. Wissen und Öffentlichkeit in einem Zeitalter der Ungewißheit. Birkach: Velbrück Wissenschaft.

 

Thema 3: Zwei gegensätzliche wissenschaftstheoretische Positionen: Kritische Theorie und Kritischer Rationalismus (NN)

Nach Phänomenologie und Sprachphilosophie wenden wir uns in einem weiteren Schritt der mittlerweile „klassischen“ Auseinandersetzung zwischen Kritischer Theorie und Kritischem Rationalismus. Die entsprechende Debatte ist gut dokumentiert, u.a. in dem von Adorno herausgegebenen Buch zum „Positivismusstreit in der deutschen Soziologie“ nachzulesen. Für ein Verständnis dieser Kontroversen ist zunächst eine Beschäftigung mit den Grundlagen der Kritischen Theorie erforderlich. Was bedeutet „Kritik“ aus Sicht der Kritischen Theorie? Damit ist auch die Frage verbunden, ob und inwieweit sich die Pflegewissenschaft als „kritische“ Wissenschaft sieht, welchen gesellschaftlichen Auftrag sie übernimmt und welche Rolle von Forschung und Forschenden für sie leitend ist. Die Beschäftigung mit der Kritischen Theorie führt uns aber auch unweigerlich zur Auseinandersetzung mit einer ihrer Gegenpositionen, nämlich dem Kritischen Rationalismus. Auch wenn die von Popper vertretenen klassischen Positionen zunehmend ins Wanken geraten sind – nach wie vor ist (implizit oder explizit) der mainstream der wissenschaftlichen Debatten am Wissenschaftsbegriff des Kritischen Rationalismus ausgerichtet. Das ist einer der Gründe, warum ein vertieftes Verständnis mit Popper, Abert und Lakatos unverzichtbar ist – gerade für die Pflegewissenschaft.

Hinweis: Kurze Filmausschnitte und Radiobeiträge der Hauptvertreter der Kritischen Theorie (Horkheimer und Adorno) werden als Diskussionsmaterial herangezogen

1. Teil der Veranstaltung: Kritische Theorie

(Grundlagentext: Horkheimer/Adorno: Dialektik der Aufklärung)  

-           Wissenschaftsverständnis der „Kritischen Theorie“

-           Instrumentelle und kritische Vernunft

-           Dialektik der Aufklärung (1944)

-           Debatte in Deutschland, 1968 und die Folgen

-           Habermas-Luhmann-Kontroverse

-           Gehört die Kritische Theorie ins Museum?

-           Kritische Pflegewissenschaft?!

Textgrundlagen:

Horkheimer, M. & Adorno, T.W. (2003; zuerst 1944). Dialektik der Aufklärung. Frankfurt: Fischer (als Grundlagentext unverzichtbar!).

Habermas, J. (1985). Die Verschlingung von Mythos und Aufklärung. Horkheimer und Adorno, in: Ders.: Der philosophische Diskurs der Moderne, S. 130-157 (grundlegende Arbeit aus der Sicht des letzten Vertreters der Kritischen Theorie).

Habermas, J. & Luhmann, N. (1971). Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie. Frankfurt: Suhrkamp (enthält die wichtigen Beiträge zur Auseinandersetzung von Kritischer Theorie und moderner Systemtheorie).

Honneth, A. (2006)(Hrsg.), Schlüsseltexte der Kritischen Theoire. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften (informiert mit kurzen Kommentaren zu wichtigen Beiträgen von Vertretern der Kritischen Theorie)

Wiggershaus, R. (1986). Die Frankfurter Schule. Geschichte. Theoretische Entwicklung. Politische Bedeutung. München/Wien: Hanser (ein guter, informativer Einstieg und Überblick zu Grundentwicklungen und Grundpositionen der Kritischen Theorie).

 

2. Teil der Veranstaltung: Kritischer Rationalismus

(Grundlagentext:  Popper: Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie)

-           Poppers Biographie

-           Logik der Forschung (das Anliegen)

-           Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie

-           Was ist „Kritischer Rationalismus“?

-           Die Debatte in Deutschland (u.a. „Positivismusstreit“)

-           Hans Albert, König und die Kölner Schule etc.

-           Pflegewissenschaft und der mainstream – ignorieren, abgrenzen oder mitmachen?

Textgrundlagen:

Adorno, T.W. (1969). Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie. Neuwied: Luchterhand (das kennen manche von Ihnen bereits, dokumentiert die grundlegenden Vorträge während der 61-Tagung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie).

Baum, W. & González, K.E. (1994). Karl R. Popper. Berlin: Morgenbuch (kurze, nicht neutrale Darlegung der Biographie und wichtiger Grundpositionen von Popper).

Popper, K. (1994). Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Tübingen (verständlich und unverzichtbar)

Popper, K. (1994). Objektive Erkenntnis. Ein evolutionärer Entwurf. Hamburg: Campe (enthält wichtige Beiträge zur Erkenntnistheorie und zum Induktionsproblem).

Waschkuhn, A, (1999). Kritischer Rationalismus. München: Oldenbourg (gibt einen interdisziplinären Einstieg, u.a. mit Texten von zu v. Hayek, Albert, Feyerabend).

 

Thema 4: Kuhn und Feyerabend – Gibt es wissenschaftlichen Fortschritt? (Prof. Dr. M. Schnell, Uni Witten)

Nach der intensiven Beschäftigung mit zwei mittlerweile „klassischen“, nämlich der Kritischen Theorie und dem Kritischen Rationalismus, wird mit dem Paradigmenbegriff von Kuhn ein traditionelles Verständnis von wissenschaftlichem Fortschritt grundlegend kritisiert. Die Wissenschaft funktioniert nicht so, wie ihre Vertreter dies behaupten, sondern unterliegt historischen und soziologischen Gesetzmäßigkeiten. Auf Grundlage dieser Irritation von Kuhn kann auch die anarchistische Erkenntnistheorie von Feyerabend in ihren Möglichkeiten und Grenzen erkannt werden.

-          Kuhn und der Paradigmenbegriff

-          Normale Wissenschaft und Revolution

-          Fortschritt als historischer Prozess

-          Anarchistische Erkenntnistheorie

-          „Anything goes“ und „everything stays“

-          Die Freiheit des Einzelnen und die Verfestigung der Macht

-          Pflegewissenschaft – zwischen extremen Individualismus und gesellschaftlichem Auftrag

Textgrundlagen:

Chalmers, A.F. (1994). Wege der Wissenschaft. Berlin: Springer (vor allem die Seiten 91-115 [Kuhn] und die Seiten 135-171 [Feyerabend]).

Feyerabend, P. (1980). Erkenntnis für freie Menschen. Veränderte Ausgabe. Frankfurt a. Main: Suhrkamp (mit einem „kleinen Gespräch über große Worte“ im Anhang, welches ein Gespräch von Feyerabend an der Gesamthochschule Kassel 1978 dokumentiert – ein Beispiel für die intellektuelle Brillianz, aber auch für die Arroganz von Feyerabend!).

Feyerabend, P. (1995). Wider den Methodenzwang. Frankfurt a. Main: Suhrkamp (Anything goes – und was dahinter steckt).

Kuhn, T.S. (1979, zuerst 1962). Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt a. Main: Suhrkamp (als grundlegender Text unverzichtbar!).

 

Thema 5: Sozialer Konstruktivismus, (NN)

(Inhalte folgen)

 

Thema 6: Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften (NN)

(Inhalte folgen)

 

Thema 7: Phänomenologie und Sprachphilosophie (Prof. Dr. Schnell, Uni Witten)

Nachdem die „Kandidaten“ für einen Wissenschaftsbegriff in der ersten Seminarveranstaltung im Kontext historischer Entwicklungen bis in die Spätmoderne untersucht wurden geht es in den nun folgenden drei Veranstaltungen um einzelne wissenschaftstheoretische Positionen (Phänomenologie, Kritische Theorie/ Kritischer Rationalismus, Wissensssoziologie und neuere Systemtheorie). Den Beginn macht die Phänomenologie. Was ist überhaupt ein Phänomen und damit ein möglicher Gegenstand pflegewissenschaftlicher Forschung? Dieser Grundbegriff wird in der Veranstaltung erläutert und auf dem Hintergrund der Phänomenologie (von Husserl und bis zur französischen Debatte) diskutiert. Ein zweiter Themenkreis konzentriert sich auf sprachphilosophische Aspekte und bereitet damit den Boden für ein vertieftes Verständnis der linguistischen Wende in den Sprach-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Diese Grundlagen machen anschlussfähig an die inhaltliche Diskussion des Zusammenhangs von Sprache und Pflege, vor allem aber der Reflexion der „Sprachlosigkeit“ in der Pflege und der Offenlegung des „stummen Wissens“ der Pflegepraxis.

 

Thema 8: Abschluss: Die Grenzen der Wissenschaft und des Wissens überhaupt (Brandenburg Prof. Dr. Brandenburg, Prof. Dr. M. Schnell)

Die letzte Seminarveranstaltung führt uns wieder an die Ausgangsfragen zurück. Der Begriff der „Wissenschaft“ hat sich in seiner Vielfältigkeit gezeigt und ist von der Tradition her kommend verstanden worden. Nun gilt es die Grenzen dessen, was überhaupt durch Wissenschaft erkannt und gewusst werden kann noch einmal eindringlich ins Bewusstsein zu heben – gerade für jene, deren Arbeiten einen wissenschaftlichen Anspruch erheben (sollen). Die Frage nach den Grenzen der Wissenschaft ist dabei nicht nur ein Thema für philosophische Oberseminare, sondern ein lebenspraktisches und hochpolitisches Feld. Es geht letztlich um das Handeln trotz des Nichtwissens. Das Buch, welches für diese Einheit zugrunde gelegt werden soll trägt den Untertitel „Vom Umgang mit Chaos und Risiko in Politik, Industrie und Wissenschaft. Am Ende wird – aus der Perspektive von Karl Rahner her kommend – der Beitrag der Religion zu nachhaltigen und attraktiven Lebensstilen herausgestellt. Dieser etwas kompliziert klingende Satz zielt ins Zentrums unseres Nachdenkens am Ende des Seminars: Wie wollen wir leben?

-           Wissenschaft und Nichtwissen

-           Konfrontation und Umgang mit Nicht-Wissen

-           Wie weit sind wissenschaftliche Befunde für die tägliche Arbeit nutzbar?-

-           Wie wollen wir leben? Mit, ohne und jenseits der Wissenschaft(en)

Theologischer Vortrag:

Glaube, Wissen und Nichtwissen

(Prof. Dr. Niederschlag, angefragt)

Textgrundlagen:

Böschen, S. et al. (2004). Handeln trotz Nichtwissen. Vom Umgang mit Chaos und Risiko in Politik, Industrie und Wissenschaft. Frankfurt: Campus (diese Buch und die darin abgedruckten Texte sind die Diskussionsgrundlage für die letzte Veranstaltung)

Heidegger, M. (1992, zuerst 1952). Gelassenheit. Pfullingen: Günther Neske Verlag (ein Versuch Gelassenheit als eine menschliche Daseinsform zu beschreiben, die aus der Differenz von Aktivität und Passivität aussteigt)

Rahner, K. (2007). Grundkurs des Glaubens. Freiburg: Herder (eine Orientierung zum Abschluss und zum Beginn)

07.02.2011

Dr. Hülsken Giesler

Thema "Pflege und Technik – zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und Kulturkritik"

Topics:

Was ist Pflege?

  • Zum Selbstverständnis der beruflichen Pflege
  • Zur Handlungslogik der professionellen Pflegearbeit
  • Mimesis als Grundlage eines „Zugangs zum Anderen“

Was ist Technik?

  • Begriffsbestimmung
  • Zur Logik Neuer Technologien im Gesundheitswesen
  • Merkmale der Maschinenlogik

Empirische Befunde zur Technikverwendung in der Pflege

Anforderungen an Pflege und Pflegewissensch

Forschungspragmatik

 

verantwortlich: Prof. Weidner

 

Aquise von Forschungsprojekten

Im Rahmen des Projektmanagements ist die Aquise von Forschungsprojekten von entscheidender Bedeutung. Aufgrund der Erfahrungen, die in einem Forschungsinstitut gesammelt wurden, welches sich mit Pflegeforschungsprojekten beschäftigt hat, sollen die fördernden wie auch die hemmenden Faktoren für eine „erfolgreiche Aquise“ herausgearbeitet werden. Es geht dabei einerseits um wissenschaftsinterne Kriterien (genügt der Antrag wissenschaftlichen Standards?) andererseits auch um wissenschaftsexterne Kriterien (welche Aspekte sind bei Verhandlungen mit zukünftigen Auftraggebern zu berücksichtigen?). Schließlich sollen auch mögliche Problem- und Grenzbereiche von (angewandter) Pflegeforschung angesprochen werden, z.B. die schwierige Abgrenzung von Forschung und Beratung.

 

Antragsformulierung

In dieser Veranstaltung sollen - auf der Grundlage exemplarischer Antragsformulare (z.B. von Ministerien) – die konkrete Erstellung eines Forschungsantrags erprobt werden. Die entsprechenden Unterlagen werden durch die Seminarleitung zur Verfügung erstellt. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung wird erwartet, dass sie auf der Grundlage der entsprechenden Formulare kleinere Forschungsskizzen einreichen. Dieses Material ist dann Grundlage der Diskussionen. Ziel ist es ein möglichst realistisches Szenario zu ermöglichen um die Fallstricke und Herausforderungen der Antragsformulierung kennen zu lernen.

 

Forschungsprojektmanagement

Wenn die Gelder für ein Projekt bewilligt sind, dann beginnt erst die eigentliche Arbeit. Es geht um die Auswahl von Personal, die Zeit- und Organisationsplanung während des Projekts, die konkrete Durchführung von Erhebungen und deren Auswertung, schließlich um Fragen der (öffentlichen) Präsentation. Bestandteil von Projektmanagement sind aber nicht nur die mehr oder weniger planbaren Einzelschritte und sog. „Meilensteine“, mindestens genauso wichtig ist der Umgang mit unvorhergesehenen Ereignissen (von außen und von innen), die Teamentwicklung innerhalb der wissenschaftlichen Crew wie auch die Auseinandersetzung mit klaren und unklaren Anforderungen seitens der Auftraggeber und der (Fach)-Öffentlichkeit. In der Seminarveranstaltung soll eine im Forschungsprojektmanagement ausgewiesene Person über Erfahrungen berichten und gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen „Fahrplan“ erarbeiten, der bei der Durchführung von Projekten als Orientierung dienen kann.

 

Wissenschaftliches Publizieren

Auf der Grundlage von bereits geschriebenen Beiträgen soll für den Einzelfall geprüft werden, in welchem nationalen bzw. internationalen Journal eine Veröffentlichung in Frage kommt. Dazu werden auf der Grundlage von ausgewählten wissenschaftlichen Zeitschriften („Die Pflege“, „Pflege & Gesellschaft“ „Zeitschrift für. Pflegewissenschaft“, „Journal of Advanced Nursing“, „Journal of Gerontological Nursing“) die jeweiligen Regularien und Veröffentlichungsmodalitäten von der Seminarleitung vorgestellt. Analog des Masterkolloquiums können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Promotionsprogramms im Rahmen von Kurzpräsentationen eine Zeitschrift vorschlagen, in denen ihnen die Veröffentlichung der Masterarbeit sinnvoll erscheint. Die Beratung im Seminar konzentriert sich auf die Frage, ob und inwieweit Änderungen des Beitrags erforderlich sind um den entsprechenden Anforderungen zu genügen.

 

Vorbereitung von Vorträgen bei Konferenzen

Im Rahmen wissenschaftlicher Kongresse (z.B. Deutscher Pflegekongress 2008 in Berlin) können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Promotionsprogramms die Ergebnisse ihrer Masterarbeiten präsentieren. Zur Vorbereitung der entsprechenden Vorträge besteht die Möglichkeit im Rahmen des Promotionsprogramms vorab den Vortrag zu präsentieren und durch die kritischen Hinweise der Seminarleitung und der Studienkolleginnen und Kollegen den Beitrag zu verändern und ggf. zu optimieren.

Interdisziplinarität und Vernetzung

verantwortlich JProf. Helen Kohlen

 

  • Pflegewissenschaft im ethischen Bezugsrahmen
  • Pflegewissenschaft im historischen Bezugsrahmen
  • Pflegewissenschaft im soziologischen Bezugsrahmen
  • Pflegewissenschaft im medizinischen Bezugsrahmen
  • Pflegewissenschaft im pädagogischen Bezugsrahmen
  • Pflegewissenschaft im betriebswirtschaftlichen u. managerialen Bezugsrahmen
  • Nursing Science and International Networking

Kolloquia

Es werden folgende Doktoranden-Kolloquien angeboten:

  • Pflegewissenschaft (Prof. Weidner)
  • Gerontologische Pflege (Prof. Brandenburg)
  • Gemeindenahe Pflege (Prof. Hülsken-Giesler)
  • Ethik in der Pflege (Prof. Kohlen)
  • Good Clinical Practice in der Pflege (Prof. Siebolds)
  • Statistik und quantitative Methodik (Prof. Brühl)
  • Methodologie und Qualitative Forschung (Prof. Manzei)
  • Technik und Pflege (Prof. Manzei)
  • Pflegesystemforschung (Prof. Gärtner)
  • Pflegebildungsforschung (Prof. Schewior-Popp)
  • Kultur und Ästhetik in der Pflege (Prof. Uzarewicz)
  • Sozialökonomie der Pflege (Prof. Schulz-Nieswandt)

Kollegialveranstaltungen

  • Doktorandenkonferenzen (2x pro Jahr)
  • Kollegialseminare zu ausgesuchten Themen