Methodenworkshop "Zugänge schaffen"

PD Dr. Michael Jonas (IHS Wien) war zu Gast an der PTHV

(v.l.n.r) Christine Keller, Dr. Beatrix Döttlinger, JProf. Dr. Sabine Nover, PD Dr. Michael Jonas/ Foto: PTHV

Vallendar, 24.01.2018. Am 22. und 23.01.2018 fand unter der Leitung von JProf. Dr. Sabine Ursula Nover, Lehrstuhl für Methodologie und Qualitative Methoden in der Pflege- und Gesundheitsforschung an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV), ein Methodenworkshop für den Promotionsstudiengang und den Masterstudiengang Pflegewissenschaft zum Thema "Zugänge schaffen" statt. Dabei ging es um die Entstehungsbedingungen von wissenschaftlich begründetem Wissen.

Den Anfang machte Christine Keller, Kollegiatin im Netzwerk Alternsforschung Heidelberg (NAR). Den Empfehlungen des Bundesministeriums für Gesundheit (2007/2015) zufolge, gilt die Integrative Validation (IVA) als eine der vielversprechendsten Methoden zur Kommunikation mit Menschen mit Demenz und ist ein fester Bestandteil der Pflege dieser. Dem Vortrag folgte eine Arbeitsphase, in der sich die Studierenden in Gruppen zentrale Schritte der hermeneutischen Sequenzanalyse erarbeiteten.

In dem Veranstaltungsblock "Care – Praxeologisch" gab PD Dr. Michael Jonas, Senior Researcher am IHS Wien, am Nachmittag einen Überblick über die dieser Forschungsperspektive zufolge relevanten theoretischen Zugänge und vermittelte grundlegende Konzepte praxeologischer Theorie. Er berichtete in diesen Zusammenhängen über Vorgehensweisen in seiner eigenen, vielfältigen Forschungspraxis.

Anschließend ging er der Frage nach, welche methodologischen und methodischen Zugänge in dieser Forschungsperspektive genutzt werden können. Am Beispiel praxeologischer Forschung zu Demenz wurde schließlich exemplarisch dargestellt, diskutiert und textanalytisch von den Teilnehmenden erarbeitet, zu welchen Ergebnissen eine praxistheoretisch basierte empirische Forschung kommen kann.

Der erste Tag endete mit der von JProf. Dr. Nover geleiteten Podiumsdiskussion zum Zusammenhang von Theorie und Forschungsergebnissen.

Dr. Beatrix Döttlinger, Dozentin im Gesundheitswesen, stellte am nächsten Tag ihr Forschungsprojekt zu gestisch-kommunikativem Handeln zur Beziehungs- und Interaktionsgestaltung zwischen Pflegeexpertinnen und Menschen mit schwerer Demenz  vor. Das Ziel war es, einen Zugang zu schaffen zum handlungsleitenden Wissen professioneller Akteurinnen/Akteure. Vorgestellt und mit Beispielen aus ihrer praktischen Arbeit anschaulich gemacht wurde ein rekonstruktiv-praxeologischer Forschungsansatz, der auf die Methodologie und Methodik der dokumentarischen Methode der Videointeraktionsanalyse von Ralf Bohnsack zurückgreift. Anhand von einer Videoszene wurde die Vorgehensweise der einzelnen Analyseschritte gemeinsam mit den Teilnehmenden nachvollzogen.

Die Veranstaltung war mit über 40 Teilnehmenden sehr gut besucht; besonders gut kam dabei das Herausstellen und Präzisieren von Differenzen und Gemeinsamkeiten der drei unterschiedlichen rekonstruktiv-interpretativ arbeitenden Verfahren, sowie die einprägsame und lebendige Darstellung von Forschungspraxis und erzielten Ergebnissen bei den Teilnehmenden an.