Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Heinemann

Lehrstuhl Ethik, Theorie und Geschichte der Medizin

Der Lehr- und Forschungsbereich des Lehrstuhls Ethik, Theorie und Geschichte der Medizin befasst sich mit der Identifizierung und Analyse ethischer und wissenschaftstheoretischer Fragen in der Medizin und der biowissenschaftlichen Forschung sowie historischen Aspekten.

Thematische Schwerpunkte liegen im Bereich der Stammzellforschung, der Neuroethik, der molekularen Medizin, der Altersforschung sowie der Untersuchung von Möglichkeiten und Voraussetzungen einer interkulturellen Bioethik. Charakteristisch für den Lehrstuhl ist zum einen die interdisziplinäre Herangehensweise, die die Naturwissenschaften mit der Ethik und der Philosophie verbindet. Zum anderen ist die Arbeit gekennzeichnet durch einen starken Praxisbezug sowohl im Hinblick auf die Biowissenschaften als auch auf Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser und Altenhilfeeinrichtungen.

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Lehrstuhl:

Dr. theol. Heike Baranzke (BMBF-Projekt „Entwicklungsbiologische Totipotenz“)

Barbara Advena-Regnery, M. A. (BMBF-Projekt „Entwicklungsbiologische Totipotenz“)

Nils Fischer, M. A. (interkulturelle und interreligiöse Bio- und Medizinethik)

Dipl. biol. Kathrin Rottländer (BMBF-Projekt „Entwicklungsbiologische Totipotenz“)

Vita

  • 1979 - 1984 Studium der Humanmedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn
  • Ab 1985 Studium der Philosophie an der Universität Bonn
  • 1986 Promotion (Dr. med.) an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn
  • 1985 - 1998 Wissenschaftlicher Assistent an der Medizinischen Klinik II (Allgemeine Innere Medizin) der Universität  Bonn (Prof. Dr. med. H.J. Dengler, Prof. Dr. med. T. Sauerbruch)
  • 1991 Anerkennung als Arzt für Innere Medizin
  • 1998 Anerkennung des Teilgebiets Gastroenterologie
  • 2001 Anerkennung als Arzt für Biochemie
  • 1992 - 1994 Forschungsaufenthalt im Laboratory of Biochemical Genetics and Metabolism an der Rockefeller Universität, New York (Prof. Dr. J. L. Breslow)
  • 1997 - 1998 Forschungsaufenthalt im Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie der Universität Bonn (Prof. Dr. rer. nat. K. Sandhoff)
  • 1999 - 2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Wissenschaft und Ethik / Philosophisches Seminar der Universität Bonn (Prof. Dr. phil. Dr. h.c. L. Honnefelder)
  • 1999 Habilitation für das Lehrgebiet „Innere Medizin“ an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn
  • 2005 Promotion (Dr. phil.) an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn
  • 2006 Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn
  • 2007 Erweiterung des Lehrgebietes auf „Innere Medizin und Biomedizinischen Ethik“ durch die Medizinischen Fakultät der Universität Bonn
  • Seit 2011 Inhaber des W3-Lehrstuhls „Ethik, Theorie und Geschichte der Medizin“ an der PTHV

Publikationen

  • Heinemann T, Heinrichs B, Klein C, Fuchs M, Hübner D (2006). Der „kontrollierte individuelle Heilversuch“ als neues Instrument bei der klinischen Erstanwendung risikoreicher Therapieformen – Ethische Analyse einer somatischen Gentherapie für das Wiskott-Aldrich-Syndrom. In: Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik (Ludger Honnefelder und Dieter Sturma (Hrsg.)), Band 11, De Gruyter, Berlin 2006: 153-199
  • Heinemann T (2006). Personalität und genetischer Determinismus. In: Dietmar Hübner (Hrsg.), Dimensionen der Person: Genom und Gehirn. mentis, Paderborn 2006, S. 179-198
  • Heinemann T (2006). Normen und Nutzen bei der ethischen Beurteilung der Klonierung von menschlichen Embryonen. In: T. S. Hoffmann, S. Schweidler (Hrsg.): Normkultur versus Nutzenkultur. Über kulturelle Kontexte von Bioethik und Biorecht. De Gruyter, Berlin 2006, S. 189-219
  • Heinemann T, Spranger TM (2007). Ethische und rechtliche Bewertung des Kommissionsvorschlags zur Anerkennung von Produkten der Gewebezüchtung als Arzneimittel für „neue Therapien“. MedizinRecht 25:209-214
  • Heinemann T, Hoppe C, Listl S, Spickhoff A, Elger C (2007). Zufallsbefunde bei bildgebenden Verfahren in der Hirnforschung – Ethische Überlegungen und Lösungsvorschläge. Deutsches Ärzteblatt 104(27):A1982-A1987
  • Heinemann T (2007). Sachstandsbericht Stammzellforschung (2007). Naturwissenschaftliche Grundlagen. In: Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (Hrsg.). Ethik in den Biowissenschaften – Sachstandberichte des DRZE, Band 4. Alber, Freiburg/München. S. 21-105
  • Heinemann T (2007). Sachstandsbericht Stammzellforschung (2007). Ethische Beurteilungskriterien für die Forschung an Stammzellen. In: Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (Hrsg.). Ethik in den Biowissenschaften – Sachstandberichte des DRZE, Band 4. Alber, Freiburg/München. S. 189-247
  • Heinemann T (2007). Würde und Schutz des menschlichen Embryos – Zur ethischen Kontroverse in der Stammzellforschung. In: Gudrun Kordecki, Martin Heyer (Hrsg.): Der Mensch als Rohstoff? Die Kontroverse um die Stammzellforschung. Tagungsband des Instituts für Kirche und Gesellschaft der evangelischen Kirche von Westfalen. S. 65-99
  • Heinemann, T (2007). Prognostische Indikatoren und ärztliches Urteil (Editorial). Deutsches Ärzteblatt 104(42): A-1982
  • Heinemann T, Klein C. (2009). Klonierung menschlicher Stammzellen – medizinisch-naturwissenschaftliche Konzepte und Ergebnisse der Forschung. In: G. Rager (Hrsg.): Beginn, Personalität und Würde des Menschen. 3. Neuauflage. Alber, Freiburg / München. S. 219-318
  • Baumgartner H-M, Heinemann T, Honnefelder L, Wickler W, Wildfeuer AG (2009) Menschenwürde und Lebensschutz: Philosophische Aspekte. In: G. Rager (Hrsg.): Beginn, Personalität und Würde des Menschen. 3. Neuauflage. Alber, Freiburg/ München. S. 333-441
  • Heinemann T (2009). The concept of disease and medical action – A reciprocal relationship and its relevance for modern medicine. In: S. Elm, S.N. Willich (Hrsg.): Quo vadis medical healing? Past concepts and new approaches. Springer: International library of ethics, law, and the new medicine, Vol. 44, pp. 19-26
  • Heinemann T, Hoppe C, Weber B, Elger CE. (2009). Ethically appropriate handling of incidental findings in human neuroimaging research: letter to the guest editorial of Frank Hentschel and Rüdiger von Kummer [2]. Klinische Neuroradiologie19:242-243
  • Schmetz MK, Heinemann T (2010). Ethische Aspekte der tiefen Hirnstimulation in der Therapie psychiatrischer Erkrankungen. Fortschritte der Neurologie  Psychiatrie. 78:269-278
  • Heinemann T (2010). Forschung und Gesellschaft. In: Fuchs M, Heinemann T, Heinrichs B, Hübner D., Kipper J, Rottländer K, Runkel T, Spranger TM, Vermeulen V, Völker-Albert M: Forschungsethik. Eine Einführung. Stuttgart, Weimar 2010, S. 98 – 119
  • Heinemann T (2010). Forschung an menschlichen Embryonen und embryonalen Stammzellen. In: Fuchs M, Heinemann T, Heinrichs B, Hübner D., Kipper J, Rottländer K, Runkel T, Spranger TM, Vermeulen V, Völker-Albert M: Forschungsethik. Eine Einführung. Stuttgart, Weimar 2010, S. 156 – 175
  • Runkel T, Heinemann T (2010). Enhancement. In: Fuchs M, Heinemann T, Heinrichs B, Hübner D., Kipper J, Rottländer K, Runkel T, Spranger TM, Vermeulen V, Völker-Albert M: Forschungsethik. Eine Einführung. Stuttgart, Weimar 2010, S. 211 – 224
  • Heinemann T, Völker-Albert M. (2010). Nanotechnologie In: Fuchs M, Heinemann T, Heinrichs B, Hübner D., Kipper J, Rottländer K, Runkel T, Spranger TM, Vermeulen V, Völker-Albert M: Forschungsethik. Eine Einführung. Stuttgart, Weimar 2010, S. 225 – 240
  • Heinemann T (2010). Klaus Dietrich / Hermann Hepp / Sören von Otte (Hrsg.): Reproduktionsmedizin in Klinik und Forschung: Der Status des Embryos. Leopoldina-Symposium vom 17.-18. November 2006 in Lübeck. Nova Acta Leopoldina Nr. 354 = N.F. Bd. 96, Stuttgart (Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft) 2007. Rezension in: Zeitschrift für medizinische Ethik, 56: 90-96
  • Heinemann T, Kipper J, Rottländer K, Sehestedt K, Wienen B ( 2010).  Was ist molekulare Medizin? Elemente einer Begriffsbestimmung. Zeitschrift für medizinische Ethik 56(4): 301 – 314
  • Heinemann T (2010). Überlegungen zur Theorie einer Molekularen Medizin. Zeitschrift für medizinische Ethik 56(4): 315 – 324
  • Heinemann T,  Klein C (2010). Entwicklung einer somatischen Gentherapie für das Wiskott-Aldrich-Syndrom und klinische Erstanwendung als „Kontrollierter individueller Heilversuch“. Zeitschrift für medizinische Ethik 56(4): 361 – 371
  • Heinemann T, Herz K, Tokarski A, Scholand L, Robbers G (2013). Perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) und Jejunostomie (PEJ). cusanus trägergesellschaft trier mbH 2013
  • Heinemann T, Hoppe C. (2013). Incidental Findings in Neuroimaging Research: Ethical Considerations and a Framework for Ethical Guidelines. In: Lanzerath D, Rietschel M, Heinrichs B, Schmäl C (Hrsg.): Incidental Findings. Scientific, Legal and Ethical Isues. Köln 2013: S. 59 - 71

Mitgliedschaften

  • 1987 - 1999 Mitglied der Schriftleitung der „Zeitschrift für Medizinische Ethik“, Ostfildern
  • seit 1998 Mitglied der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft
  • seit 2000 Mitglied der Forschungsarbeitsgemeinschaft Bioethik des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 2001 – 2006 Mitglied der Arbeitsgruppe Ethik des Schwerpunktprogramms 1109 „Embryonale und gewebespezifische Stammzellen – Regenerative Zellsysteme für Zell- und Gewebeersatz“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft
  • 2002 - 2010 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Medizinische Ethik am Universitätsklinikum Bonn
  • seit 2004 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin
  • seit 2005 Mitglied der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM)
  • seit 2007 Vorsitzender der Ethik-Kommission der Cusanus Trägergesellschaft Trier (ctt)
  • seit 2008 Mitglied des Beirats Malteser Hospizarbeit, Palliativmedizin und Trauerbegleitung der Malteser Deutschland gGmbH und des Malteser Hilfsdienstes
  • seit 2009 Vorsitzender des Ethik-Beirats der Malteser Deutschland gGmbH
  • seit 2010 Mitglied der Ethisch-Rechtlich-Sozialwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW
  • seit 2011 Mitglied des Trägerübergreifenden Ethikrats im Bistum Trier
  • seit April 2012 Mitglied im Deutschen Ethikrat
  • seit Januar 2012 Ständiger Berater des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für die Deutsche Delegation im Committee on Bioethics (DH-BIO) des Europarats
  • seit November 2012 Vertreter des BMBF in der Deutschen Delegation im DH-BIO
Aktuelle Projekte

Der Lehrstuhl ist mit dem philosophischen Teilprojekt „Normative Bedeutung von zellulärer Totipotenz bei der induzierten Reprogrammierung von Zellen“ an dem vom BMBF geförderten Verbundprojekt „Entwicklungsbiologische Totipotenz: Bestimmung als normatives Kriterium in Ethik und Recht unter Berücksichtigung neuer entwicklungsbiologischer Erkenntnisse“ beteiligt und koordiniert dieses Projekt.

Verbundpartner sind Herr Prof. Dr. jur. Hans-Georg Dederer, Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, Völkerrecht, Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht der Universität Passau sowie Herr Dr. med. Tobias Cantz, Excellence Cluster „REBIRTH“, Medizinische Hochschule Hannover und Prof. Dr. rer. nat. Hans Schöler, Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Münster.

Kontakt

Prof. Dr. Dr. Thomas Heinemann

Philosophisch-Theologische Hochschule

Pallottistr. 3

56179 Vallendar

Tel.: 0261 6402 510

E-mail: theinemann(at)pthv.de

Lehrveranstaltungen

Lehrveranstaltungen werden in der Pflegewissenschaftlichen Fakultät und der Philosophisch-Theologischen Fakultät der PTHV angeboten.