REALiGN-HD

Ethische und rechtliche Konzepte für die Anwendung neuer Techniken einer präzisen Genomeditierung bei hereditären Erkrankungen - TP Ethik

Vor dem Hintergrund der Verfügbarkeit neuer Genom-Editierungsverfahren, namentlich der CRISPR/Cas-Technologie, analysiert der Forschungsverbund in interdisziplinärer Zusammenarbeit systematisch die naturwissenschaftlichen, ethischen und rechtlichen Fragen im Kontext realistischer Alternativen der klinischen Gentherapie von Erbkrankheiten. Das damit verbundene Ziel des Verbundes ist es, einen ethisch reflektierten rechtlichen Rahmen zu entwickeln, der als geeignete Basis für die Gesetzgebung im Bereich der Gentherapie dienen kann.

Das philosophisch-ethische Teilprojekt fokussiert auf die spezifisch ethischen Fragen, die sich im Szenario einer Gentherapie an menschlichen Einzell-Embryonen im Vorkern- bzw. Zygotenstadium als Alternative für hereditär vorbelastete Eltern ergeben, ein genetisch eigenes und gesundes Kind zu bekommen. Dabei wird sich die Analyse u.a. auf Fragen einer adäquaten Chancen-Risiko-Bewertung, der Verantwortung für zukünftige Generationen, anthropologische Fragen, Fragen nach dem moralischen Status von Embryonen sowie nach den Grenzen therapeutischer Maßnahmen einerseits und (medizinisch-)genetischem Enhancement andererseits richten. Die für das Szenario relevanten Argumente, Kriterien, Normen und Prinzipien sollen identifiziert und mit den bisher herangezogenen Kriterien und Argumenten der ethischen Beurteilung gentherapeutischer Maßnahmen verglichen werden, um mögliche Defizite aufzeigen und beheben zu können.

 

Beteiligte und Förderung:

Das interdisziplinäre Verbund-Forschungsprojekt "REALiGN-HD" wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die Laufzeit von drei Jahren gefördert. Das Projekt wird koordiniert von Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Heinemann, Inhaber des Lehrstuhls für Ethik, Theorie und Geschichte der Medizin an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV), der das philosophische Teilprojekt: "Überprüfung ethischer Konzepte für eine Gentherapie beim Menschen im Lichte neuer Genomeditierung" (TP 1 Ethik), leitet. Prof. Dr. jur. Hans-Georg Dederer, Inhaber des Lehrstuhls für Staats- und  Verwaltungsrecht, Völkerrecht, Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht, leitet das juristische Teilprojekt an der Universität in Passau, Prof. Dr. med. Tobias Cantz, Leiter des Exzellenclusters REBIRTH an der Medizinischen Hochschule in Hannover, leitet das naturwissenschaftliche Teilprojekt.

 

Wissenschaftlicher Beirat:

Für das Projekt wurde ein wissenschaftlicher Beirat eingerichtet, dem Prof. em. Dr. Rainer J. Schweizer (St. Gallen, Schweiz), Prof. Dr. Guiseppe Testa (Mailand) und Prof. Dr. Peter Schröder-Bäck (Maastricht) angehören.

Projektleitung an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar und Koordinator des Gesamtprojektes Prof. Dr. Dr. Thomas Heinemann (Lehrstuhl für Ethik, Theorie und Geschichte der Medizin)
Laufzeit 01.10.2016 - 30.09.2019
Website www.pthv.de/index.php
Mittelgeber
Mitarbeiter Sebastian Schleidgen (Wissenschaftl. Mitarbeiter), Samuel Kressner (Studentische Hilfskraft)