Vorlesungen im Promotionsprogramm

Modul 3: Interdisziplinärer Diskurs und Vernetzung

 Modulverantwortung: JProf. Dr. Helen Kohlen

Forschungsethik: Einführungsvorlesung

Termin: 9.11.09 von 10.00- 16.00 Uhr

Thema: Anforderungen an eine moderne Ethik im Gesundheits- u. Pflegewesen ... ppt

Forschungsethik I – Neutralität und Forschung

Inhalte und Ziel

Die Inhalte umfassen historische und theoretische Grundlagen der Forschungsethik. Wir beschäftigen uns mit allgemeingültigen Richtlinien und ethischen Prinzipien der Pflegeforschung sowie der Rolle von organisierten Experten-Foren zur Begutachtung von Forschung (internationalen, nationalen und lokalen Ethikkommissionen). Die Frage nach der Neutralität gehört dabei zu einer Grundsatzfrage, der wir uns in der ersten Veranstaltung am 9.11.09 widmen wollen. Ziel der Veranstaltung ist es, die forschungsethischen Fragen auf das eigene Promotionsprojekt zu beziehen und eigene Anliegen zu konkretisieren.

 

Konzeption, Ausblick

Das Seminar umfasst drei separate Veranstaltungen, die aufeinander aufbauen, d.h. es finden im Anschluss an die Grundlegung und Verortung ihrer spezifischen Fragestellungen (der DoktorandInnen), zwei Fortsetzungsveranstaltungen statt. Gegebenenfalls werden hier weitere Experten eingebunden.

DozentInnen

Prof. Dr. Paul Wainwright (Kingston University)

JProf. Dr. phil. Helen Kohlen

 

Literatur

WS 2009/10

Einführungsvorlesung

Anforderungen an eine moderne Ethik im Gesundheits- u. Pflegewesen

... ppt

 

Modul 3: Interdisziplinärer Diskurs und Vernetzung

JProf. Dr. Helen Kohlen

 

Forschungsethik I – Neutralität und Forschung

Termin I

9.11.09 von 10.00- 16.00 Uhr

 

Inhalte und Ziel

Die Inhalte umfassen historische und theoretische Grundlagen der Forschungsethik. Wir beschäftigen uns mit allgemeingültigen Richtlinien und ethischen Prinzipien der Pflegeforschung sowie der Rolle von organisierten Experten-Foren zur Begutachtung von Forschung (internationalen, nationalen und lokalen Ethikkommissionen). Die Frage nach der Neutralität gehört dabei zu einer Grundsatzfrage, der wir uns in der ersten Veranstaltung am 9.11.09 widmen wollen. Ziel der Veranstaltung ist es, die forschungsethischen Fragen auf das eigene Promotionsprojekt zu beziehen und eigene Anliegen zu konkretisieren.

 

Konzeption, Ausblick

Das Seminar umfasst drei separate Veranstaltungen, die aufeinander aufbauen, d.h. es finden im Anschluss an die Grundlegung und Verortung ihrer spezifischen Fragestellungen (der DoktorandInnen), zwei Fortsetzungsveranstaltungen statt. Gegebenenfalls werden hier weitere Experten eingebunden.

 

 

DozentInnen

Prof. Dr. Paul Wainwright (Kingston University)

JProf. Dr. phil. Helen Kohlen

 

Literatur

Ashcroft, Richard (1999): Equipoise, knowledge and ethics in clinical research and practice. Bioethics 3/4 Volume 13

 

Czwalinna, Joachim (1987): Ethik-Kommissionen: Forschungslegitimation durch Verfahren. Frankfurt am Main

 

Jameton, Andrew (1984): Nursing Practice. The ethical issue. New Yersey

(hier die Kapitel zu Nursing research und Institutional Review Boards)

 

Research ethics. RCN guidance for nurses:

www.rcn.org.uk/__data/assets/pdf_file/0010/78742/003138.pdf

 

Schnell M. W., Heinritz C. (2006): Forschungsethik. Ein Grundlagen- und Arbeitsbuch für die Gesundheits- und Pflegewissenschaft", Bern.

Prof. Dr. Paul Wainwright (Kingston University); JProf. Dr. Helen Kohlen

Forschungsethik II

Termin: 12.05.10 von 9.00- 13.30 Uhr

DozentInnen

Prof. Dr. Paul Wainwright (Kingston University)

JProf. Dr. phil. Helen Kohlen

9.00 h – 10.30 h

Vortrag und Diskussion

Die Rolle der Ethikkommissionen und die Frage ihrer Autorität

11.00 – 12.30

Individuelle Beratung

Forschungsethische Fragen der Doktoranden und Doktorandinnen zu ihren eigenen Arbeiten

Dozent

Prof. Dr. Paul Wainwright (Kingston University)

 

Literatur

Prof. Dr. Paul Wainwright (Kingston University); JProf. Dr. Helen Kohlen

Forschungsethik III

Termin: (wird noch bekannt gegeben); 9.00 – 13.30

Thema:

Forschungsethikkomitees: Praktiken und Befunde in Deutschland, England und den USA.

In dieser Abschlussveranstaltung zur Forschungsethik soll es um die konkrete Praxis von Forschungsethikkomitees in Deutschland, England und den USA gehen. Folgende Fragen sollen dabei leitend sein? Wie ist ihre unterschiedliche Arbeitsweise und wer der beteiligten Akteure spielt welche Rolle in welchem Teil des Entscheidungsprozesses? Welche „Fälle“ haben in der Geschichte dafür gesorgt, dass Forschungsethikkommissionen selbst ethische Standards erfüllen müssen?

Dozent

Prof. Dr. Paul Wainwright (Kingston University)

JProf. Dr. Helen Kohlen

 

Literatur

Prof. Dr. Paul Wainwright (Kingston University); JProf. Dr. Helen Kohlen

Pflegewissenschaft und Theorieentwicklung

Termin:07.06.2010

Dozent: Heiner Friesacher

Inhalte:

Zum Kernbestand einer jeden wissenschaftlichen Disziplin werden Theorien und Modelle gerechnet. Die Pflegewissenschaft hat seit etwa einem halben Jahrhundert (wenn wir von Florence Nightingale´s „Notes on Nursing“ absehen) eigene Theorieentwürfe vorgelegt. Diese zeichnen sich überwiegend dadurch aus, dass Sie auf normativen Idealen der jeweiligen Autorinnen basieren und in ihrer breite und ihrem Abstraktionsgrad empirisch nicht in Gänze prüfbar sind. Die neueren, empirisch gegründeten Theorien mittlerer Reichweite sind anwendungsbezogen, ihnen fehlt aber oftmals die notwendige kritische Reflexion der Praxis und der eigenen, zu Grunde liegenden Vorannahmen. Beide Theorietypen sind eher als traditionell und affirmativ zu kennzeichnen und stützen die bestehende Praxis. In Absetzung dieser Theorieansätze sind, je nach Ausrichtung, kritische Theorien an der Kritik und Veränderung des Bestehenden interessiert, ihr Telos sind vernünftige Zustände.   Das setzt zunächst voraus das geklärt wird, was kritische Theorien sind, wie ihre Begründungsbasis aussehen könnte und anhand welcher Kriterien kritische Theorien einer Überprüfung stand halten.   In wie weit in der Pflegewissenschaft kritische Theorieansätze rezipiert werden wird anhand einiger konkreter Beispiele diskutiert. 

Literatur

  • Böhme, Gernot (2003): ...vom Interesse an vernünftigen Zuständen durchherrscht... In: Böhme, Gernot, Alexandra Manzei (Hg.): Kritische Theorie der Technik und der Natur. München, 13 - 23
  • Detel, Wolfgang (2007): Kritische Theorien. In: Ders.: Philosophie des Sozialen. Grundkurs Philosophie, Band 5. Stuttgart, 142 - 152 Ginev, Dimitri (1992): Varianten der kritischen Wissenschaftstheorie. In: Journal of General Philosophy of Science, 23: 45 - 60
  • Friesacher, Heiner (2009): Ethik und Ökonomie. Zur kritisch- normativen Grundlegung des Pflegemanagements und der Qualitätsentwicklung. In: Pflege & Gesellschaft, 14. Jg., H. 1: 3 – 23
  • Friesacher, Heiner (2008): Theorie und Praxis pflegerischen Handelns. Begründung und Entwurf einer kritischen Theorie der Pflegewissenschaft. Osnabrück                                  
  • Jaeggi, Rahel, Tilo Wesche (2009): Was ist Kritik? Frankfurt/ M.  
  • Kim, Hesook Suzie; Holter, Inger Margrethe (1995): Critical Theory for Science of Nursing Practice. In: Omery, Anna; Kasper, Christine E.; Page, Gale G. (Ed.): In Search of Nursing Science. Thousand Oaks, London, New Delhi: SAGE, 205 – 219.
  • Nerheim, Hjördis (2001): Die Wissenschaftlichkeit der Pflege. Paradigmata, Modelle und kommunikative Strategien für eine Philosophie der Pflege- und Gesundheitswissenschaften. Bern u. a.

Dr. Heiner Friesacher

Pflegewissenschaft im pädagogischen Bezugsrahmen

Eine Einführung in das Denken des Tacit Knowing View

Dr. Stefan Fothe; Universität Linz (A)

 

Der Tacit Knowing View interessiert sich für das Können von Experten („Könnerschaft“). Aufsetzend auf Ryles Kritik am Mentalismus ist er dabei Ausdruck einer Re-Konzeptualisierung von Wissen und Können, oder anders gesagt, von Denken und Handeln. Die in dieser Weise betriebene differenzierte Analyse, wie Können und Wissen zusammenhängen, ist auch für die Pflegewissenschaft von Bedeutung.

Ein, wenn nicht das, zentrale Konzept des Tacit Knowing View ist dabei die (nicht-mentalistische) Vorstellung Polanyis, nach der alles Handeln stets zweierlei ist: Indem wir bestimmte Dinge instrumentalisieren, wird es uns möglich andere Dinge zu erreichen. Ganz wie der Klavierspieler, der seine Finger instrumentalisiert, um das Erklingen des Musikstücks zu ermöglichen. Auch dieses Konzept soll in Hinblick auf seine Relevanz für die Pflegewissenschaft betrachtet werden.

Um darüber hinaus die Anschlussfähigkeit des Tacit Knowing Views an häufiger rezipierte Vorstellungen zu illustrieren, werden die Überlegungen mit dem Expertiseentwicklungsmodell Benners zusammen geführt.

 

Grundlagenliteratur

  • Benner, Patricia (2005): Using the Dreyfus Model of Skill Acquisition to describe and interpret skill acquisition and clinical judgment in nursing practice and education. In: The Bulletin of Science, Technology and Society. Special Issue: Human Expertise in the Age of the Computer, 24 (3), S. 188 – 199. (Oder eine vergleichbare Einführung in das Modell.)
  •  Neuweg, Georg Hans (2006): Das Schweigen der Könner. Strukturen und Grenzen des Erfahrungswissens. Vortrag am Institut Unterstrass der Pädagogischen Hochschule Zürich. Linz: Trauner.
  • Neuweg, Georg Hans (2005): Der Tacit Knowing View. Konturen eines Forschungsprogramms. In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 101 (4), S. 556 – 573.
  • Neuweg, Georg Hans (1998): Wissen und Können. Zur berufspädagogischen Bedeutung psychologischer und didaktischer Kategorienfehler. In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 94 (1), S. 1 – 22.

Eine Einführung in das Denken des Tacit Knowing View.
Dr. Stefan Fothe; Universität Linz (A)