Schwerpunkte, Forschung

Forschungsprofil

Die bisherigen Forschungsaktivitäten gründen sich auf einen Forschungsansatz den ich seit meiner Dissertation in die folgende Richtung weiter entwickelt habe.

Die hier vertretene soziologische Ethik thematisiert die Beziehungsorientierung und Körperlichkeit des Menschen sowie seine Angewiesenheit auf gesellschaftliche Wertschätzung und Anerkennung. In Anlehnung an politisch ausgerichtete (feministische) Konzeptionen (Berücksichtigung von sozialer Ungleichheit, Gender und Konflikt) beinhaltet das Forschungsprofil einen perspektivischen Zugang, das heißt, die Perspektive von Menschen mit Behinderungen, psychiatrischen, chronischen und unheilbaren Krankheiten wird als Ausgangspunkt genommen bzw. die konkreten Erfahrungen dieser Menschen in ihrer Lebenswelt sind die Ankerpunkte für (pflege-) ethische Fragestellungen. Dazu gehört auch, die selten expliziten, eher impliziten anthropologischen Prämissen wissenschafts- und medizinethischer Forschung kritisch zu hinterfragen. Wissenschafts- und medizinethische Forschung geht zumeist von unabhängigen, selbstbestimmten Personen im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten aus und beschränkt sich auf individualethische Fragen in der Öffentlichkeit. 

Eine weitere Komponente des Forschungsprofils ist der Blick auf die praktische Relevanz der Forschung für gesellschaftspolitische Diskussionen wie auch für die Politikberatung. Diese Praxisrelevanz wird in der hier verstandenen wissenschaftlichen Konzeption nicht hinter einem vermeintlich absolut wertneutralen Erkenntnisinteresse verschleiert, sondern – vorzugsweise auf der Basis eines kritischen Diskurses zwischen Medizin, Theologie und Pflegewissenschaft an der PTHV expliziert.

Details des Forschungsprofils zeigt die folgende Übersicht

Forschungsmethoden/ Methodologie

Internationale Komparatistik, Transformationsforschung, Policy und Diskursanalyse, Feldforschung

Forschungsfelder und Forschungsthemen

Diskurs und Praxis der Bioethik und Biopolitik: Partizipation der Pflegenden, die Thematisierung und Rahmungen der caring issues, Entwicklung der Bioethik im internationalen Vergleich (Schwerpunkt Deutschland und USA);  Hospizbewegung und Palliative Care im  internationalen Vergleich (Schwerpunkt: Deutschland, Schweiz, Großbritannien); Ethik in der Klinik: Klinische Ethikkomitees,  Modelle der Ethikberatung und Umsetzungspraktiken, Partizipation der Pflegenden, Angehörigen und Patienten; Pflege und Lebensende auf der Intensivstation; Care- Arrangements in der häuslichen Pflege im internationalen Vergleich

Querschnittsthemen 

Gender, soziale und kulturelle Ungleichheit

Theorien, Konzepte und methodische Zugänge

Feministische Ansätze und historische Zugänge: Care-, Verantwortungs- und Gerechtigkeitstheorien (Margaret Urban Walker, Iris Marion Young, Martha Nussbaum), Care- (Ethik) - Theorien (Joan Tronto, Margaret Urban Walker, Elisabeth Conradi, Annemarie Mol, Annelies van Heijst, Hilde Lindeman ), Politische Ethik (Hannah Arendt), Theorien zum Sozialen Raum (Pierre Bourdieu), Kritische Diskurstheorien  (Michel Foucault), Kritische Ansätze zur Policy- Analyse (Carol L. Bacchi), Theorieansatz zur Situationsanalyse (historically embedded Situated Analysis) (Adele Clarke) und Ethnographien (Dorothy Smith)