"Religion und Gesundheit – Wege, um heil zu werden"

Veranstaltung des IWW und des IIIB an der PTHV

Prof. Dr. Paul Rheinbay SAC, Rektor der PTHV (links) hielt den Vortrag, Prof. Dr. Günter Riße, Leiter des IIIB hielt die einführenden Worte; Foto: PTHV

Vallendar, 29.09.2015. "Religion und Gesundheit – Wege aus christlicher und buddhistischer Perspektive, um heil zu werden" war das Thema einer gemeinsamen Veranstaltung des Instituts für Wissenschaftliche Weiterbildung (IWW) und des Instituts für Interkulturelle und Interreligiöse Begegnung (IIIB) der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) am Donnerstag, 24.09.2015.

Rund 50 Interessenten haben den Weg in die PTHV gefunden, um dem Vortrag, der vor dem aktuellen Hintergrund der Flüchtlingskrise hoch aktuell ist, des Rektors der PTHV, Prof. Dr. Paul Rheinbay SAC, zu lauschen. Prof. Dr. Günter Riße, Leiter des IIIB an der PTHV, begrüßte die Besucher, indem er zunächst den Begriff der Ganzheitlichkeit erklärte. "Medizin ist nicht nur etwas rein technisches, sondern der Mensch in seiner Gesamtheit soll in den Blick genommen werden. Heil werden, gesund werden – ja, aber: der Mensch ist begrenzt." Heil und Erlösung seien Themen, die uns in Zukunft noch begegnen werden.

"In Zeiten in denen unsere Gedanken Richtung Interkulturalität gehen – auch aufgrund der Flüchtlingskrise – muss ein Gespräch der Religionen stattfinden", sagte Prof. Rheinbay. "Dabei stellt sich zunächst die Frage: Wer ist der Mensch?“ Prof. Rheinbay verglich die aktuelle Situation mit der Finanzkrise in der Vergangenheit, in der die Frage im Raum stand: "Wie geht es in den Firmen weiter?"

In seinem Vortrag gab er christliche und buddhistische Impulse, die dem Menschen helfen, die eigene Zerrissenheit zu überwinden und von seinem Wesen her heil zu werden. „Erlösung und Erleuchtung stehen dafür als Begriffe und laden – bei aller bleibenden Differenz – zum Dialog der Religionen ein." Während in der christlichen Tradition der Mensch vor allem an die Unsterblichkeit der Seele glaubt, geht der Buddhist von einem Licht aus, das er erfahren kann, das unendlich ist und ihn verbindet mit allem, was lebt. In beiden Traditionen hat der Mensch die Möglichkeit und steht unter dem Anspruch, zu sich selbst zu kommen. "Der Mensch ist ein Unendlichkeitswesen – welche Rolle dabei der Leib spielt, das haben die Christen von den Buddhisten noch zu lernen."

Als Fazit ließ sich festhalten, dass Gesundheit und Krankheit vor dem Hintergrund menschlichen Wesens relative Begriffe sind und dass Brückenschläge zwischen den Religionen geschlagen werden müssen. "Für uns Christen ist es eine Aufgabe zu verstehen, zu entdecken, dass der Mensch mit Leib und Seele ein Ganzes ist bis hin zur Auferstehung, denn der Leib macht einen Teil unserer Identität aus", sagte Prof. Rheinbay abschließend.