"Zwischen Pflegeroboter und Alltagsunterstützung – Technik und Pflege"

Seminar des Lehrstuhls für Gerontologische Pflege und des IWW der PTHV erfolgreich beendet

Seminarteilnehmende; Foto: PTHV

Vallendar, 27.03.2015. Das am 26. und 27. März 2015 vom Lehrstuhl für Gerontologie  in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wissenschaftliche Weiterbildung (IWW) an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) organisierte Seminar zum Thema "Zwischen Pflegeroboter und Alltagsunterstützung – Technik und Pflege" ist erfolgreich beendet.

Ambient Assisted Living (AAL) ist ein Begriff, der auf eine Vielzahl von technischen Möglichkeiten verweist, die zunehmend im häuslichen Bereich (aber auch in Pflegeheimen) zur Anwendung gelangen. Gemeint sind beispielsweise elektronisch unterstützte Rollatoren für Menschen mit Gehbehinderung. Auch neue Informationstechnologien, welche den Pflegeprozess unterstützen, werden zunehmend diskutiert (und erprobt). In einigen Wohnungen sieht man bereits Fußmatten, die automatisch das Licht einschalten. In der Nacht kann dies durchaus hilfreich sein. Ohne Zweifel enthalten  viele AAL-Produkte das Potential, das Leben zu erleichtern und die Selbständigkeit im häuslichen Umfeld aufrechtzuerhalten. Es müssen aber auch mögliche Gefährdungen, etwa durch Überwachung und „Fremdbestimmung“, beachtet werden. Dieses Spannungsfeld zwischen den Hoffnungen und Grenzen der neuen technischen Möglichkeiten stand im Zentrum der IWW-Veranstaltung.

Birgid Eberhardt, Bereichsleiterin für AAL bei der Tellur GmbH, Stuttgart, berichtete über ein mittlerweile kaum mehr überschaubares Angebotsspektrum an AAL-Technologie. Es wurde deutlich, dass viele Produkte bereits entwickelt und zum Teil bereits auch auf dem Markt sind. Belastbare empirische Studien zu den Auswirkungen der Techniknutzung stehen jedoch noch ganz am Anfang.

Über Technik aus pflegewissenschaftlicher Sicht referierte Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, Lehrstuhl für Gemeindenahe Pflege an der PTHV. In seinem Beitrag mahnte er eine pflegetheoretische Grundlage an, von der aus man die Vor- und Nachteile der neuen technischen Möglichkeiten kritisch beurteilen kann. In weiteren Vorträgen und Workshops wurden Konsequenzen für die Pflegebildung (vor allem bezogen auf die Kompetenzentwicklung) wie auch ethische Aspekte diskutiert.

Marcus Garthaus von der Universität Osnabrück stellte die vorläufigen Ergebnisse seiner Promotionsarbeit vor, bei der die Frage im Zentrum steht, welche Kompetenzen für einen angemessenen Umgang mit Technik in der Pflegebildung zukünftig erforderlich sind. Erkennbar wurde die große Herausforderung, allgemeine und spezielle Kompetenzen gut miteinander zu verbinden. Dominik Depner von der Universität Osnabrück stellte seine Ergebnisse aus dem Projekt „Gestaltung altersgerechter Lebenswelten“, bei dem vor allem ethische Gesichtspunkte im Vordergrund standen, vor. Für einen fairen Dialog ist es hilfreich, nicht vorurteilsbehaftet bereits eine Einschätzung über die Technik vorwegzunehmen, sondern die mit einem Urteil verbundenen Menschenbilder zu reflektieren. Die Veranstalter und Unterstützer (Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung in Stuttgart, Verband katholischer Heime und Einrichtungen der Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) in Freiburg, Stiftung der Cellitinnen in Köln) zeigten sich hoch zufrieden und werden die Veranstaltungsreihe fortsetzen. 

 "Personalentwicklung – welche Führungskräfte brauchen wir für die Pflege?" ist der Titel des nächsten Seminars, das am 09. und10. November 2015 an der PTHV stattfinden wird. Prof. Ingo Bode von der Universität Kassel wird aus organisationssoziologischer Sicht über soziales Management sprechen, Roland Mangold, Präsident der Austrian Evaluation Society,  wird in einem Workshop den Zusammenhang von Lebensqualität, Personalführung und Innovation in der Altenhilfe erläutern. Weitere Referenten werden sein: Dr. Alfons Maurer, einer der Unterstützer der Veranstaltungsreihe, der über die Perspektiven eines Altenhilfeträgers zur Personalentwicklung sprechen wird, sowie Dr. Renate Adam-Paffrath (aktuell PTHV und zukünftige Professorin an der Fliedner Hochschule in Düsseldorf) mit einem Workshop beteiligt, der die ethischen Konsequenzen des Umgangs mit Personal als „menschliche Ressource“ problematisieren wird.