"(Fach)kräftemangel in der Pflege – Anforderungen und Perspektiven"

Veranstaltung der Weiterbildungsreihe "Profession, Qualität und Innovation in der Gerontologischen Pflege"

Die zweitägige Weiterbildungsveranstaltung informierte über Anforderungen und Perspektiven für (Fach)kräfte in der Pflege/Foto: PTHV

Vallendar, 25.03.2014. In der zweitägigen Veranstaltung des Instituts für Wissenschaftliche Weiterbildung (IWW) der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) wurde die akute Problemlage der Pflegepraxis – speziell auch der Altenpflege – aufgegriffen. Je nach Datenquelle fehlen derzeit Tausende Pflege(fach)kräfte. Diese Zahl potenziert sich, blickt man auf das Jahr 2030 und eine prozentual zunehmende Altersbevölkerung mit entsprechenden Risiken für Pflegebedürftigkeit durch Demenzen oder körperliche Einschränkungen.

Wie Prof. Dr. Hermann Brandenburg, Lehrstuhl für Gerontologische Pflege an der PTHV, in der Weiterbildungsveranstaltung mitteilte, gelte der Pflegeberuf in Deutschland – anders als in vielen anderen europäischen Nachbarländern – als wenig qualifiziert und schlecht bezahlt bei schwierigen Arbeitsbedingungen. Vor diesem Hintergrund thematisierte Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, Lehrstuhl für Gemeindenahe Pflege an der PTHV, Fragen nach der Professionalität und Professionalisierung von Pflege, die Einfluss auf den Berufsstand nehmen.

Einblicke in die Praxis des Personalmanagements eröffnen, so Christof Heusel von der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung, zudem Erfordernisse und Spielräume, um Professionalität und Karrieren in der Pflege zu fördern und damit die Attraktivität des Berufs zu steigern.

Der Blick aus der Betriebswirtschaft regte zur Diskussion darüber an, inwieweit ökonomische Maßstäbe dem Gegenstand der Pflegedienstleistung gerecht werden und als Orientierung in der Personalführung dienen können, wie Prof. Dr. Uwe Bettig MPH von der Alice Salomon Hochschule, aufzeigte.

Abgerundet wurde die Frage nach der Pflegeprofession mit ethischen Reflexionen über sozialisierte Selbstverständnisse in der Pflegepraxis von JProf. Dr. Helen Kohlen, Care Policy und Ethik an der PTHV, verbunden mit der Frage, wo Pflege ihr tradiertes Tun hinterfragen können muss und wie sie dazu befähigt werden kann, darüber hinauszuwachsen.

"Nicht zuletzt bedarf es der ethischen Auseinandersetzung mit der Frage der Autonomie im Alter daheim oder im Heim", sagte Dr. Heike Baranzke, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Ethik, Theorie und Geschichte der Medizin an der PTHV.

Letztlich ergaben die Diskussionen, dass das Feld der Professions- und Personalentwicklung viele Potentiale und durchaus Gestaltungsspielräume aufweist – verbunden mit der Aufforderung an den Berufsstand initiativ zu werden und um neue Wege zu ringen.

Das nächste zweitägige Seminar "Wohnformen im Alter" am 04. bis 05. November 2014 lädt zur intensiven Diskussion mit Wissenschaftlern und Praktikern ein. Themen sind  "Sozialraumorientierte 'Öffnung' der Altenhilfe" (Dr. Alfons Maurer, Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung), die Rolle der Wohlfahrtsverbände und Vernetzungsstrategien (Hanno Heil, VKAD; Prof. Dr. Karin Schneiders, Hochschule Koblenz) in den kommunalen Raum (Heike Bermond und Sandra Wiegeler, Wohnen für Hilfe, Köln; Stefan Kleinstück, Demenz-Servicezentrum für die Region Köln und das südliche Rheinland).

Detaillierte Informationen und Bewerbungsfristen zu den Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie unter www.pthv.de/institute/iww.

Studieninteressierte können während der 3-stufigen Modulreihe die Fördermöglichkeit des Qualichecks und der Bildungsprämie in Anspruch nehmen.