Das Erbe Vinzenz Pallotti weltweit fruchtbar machen

Dr. Brigitte Proksch

Als „Apostel der Vielfalt und Integration“ hat die Wiener Theologin, Dr. Brigitte Proksch, den heiligen Vinzenz Pallotti beschrieben.

Auf dem Symposium zum 50. Jahrestag der Heiligsprechung Pallottis an unserer Hochschule vom 21. bis 25. Januar präsentierte Proksch nicht
nur die ersten Ergebnisse ihres Forschungsprojekts, sondern ermutigte die Anwesenden, Pallottis Denken und Handeln ernst zu nehmen und noch mehr für die eigene Arbeit weltweit fruchtbar zu machen.

 

Die promovierte Theologin und Konsultorin im Päpstlichen Rat der Seelsorge für Migranten erhielt vor zwei Jahren das von den Pallottinern ausgeschriebene Promotionsstipendium und damit den Auftrag, Pallotti als Herausforderung für die Kirche heute zu untersuchen.

 

Wissenschaftlich begleitet wird das Forschungsprojekt seither von Juniorprofessor P. Dr. Edward Fröhling, der das Fach Fundamentaltheologie an der Theologischen Fakultät der PTHV unterrichtet.
Die geförderte wissenschaftliche Arbeit soll aus der Perspektive pallottinischer Theologie und Spiritualität das theologische Denken, wie es seinen Niederschlag in den Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils gefunden hat, kritisch beleuchten, um so – auch für die Schwerpunktsetzung pallottinischer theologischer Forschung und pastoraler Praxis – Zukunftsperspektiven und ihr aufgegebene Herausforderungen in den Blick zu nehmen und sichtbar zu machen.

Ihre „Spurensuche“ im Literatur-Dickicht führte sie in den letzten beiden Jahre hinein in den Kern pallottinischer Spiritualität. Das Erbe Pallottis,das sich in Worten wie „Apostolat“, Berufung aller“, „Heiligkeit“, „Sendung in die Welt“, „Zusammenarbeit“ und „auf Augenhöhe“ ausdrückt, könne weltweit zur prägenden Kraft werden und vieles zum Positiven wandeln, analysiert sie die Sprengkraft für Kirche und Gesellschaft, die heute noch hinter dieser charismatischen Persönlichkeit steckt.


Dabei sieht Proksch die Betätigungsfelder der von Pallotti inspirierten Personen und Gemeinschaften nicht allein im katholisch geprägten Umfeld, sondern nimmt das universal gedachte „alle“ im Denken des römischen Priesters Vinzenz Pallotti ernst.

Denn laut ihm seien „alle Menschen zur Heiligkeit berufen“. Kein Wunder also, dass das Motto „heute heilig“ (www.heute-heilig.de) als Grundton dieser Festwoche und als roter Faden für das gerade begonnene Jubiläumsjahr ausgewählt wurde.

 

Im Laufe dieser Woche wurde zum einen Vinzenz Pallottis Ursprungsgründung der Vereinigung des Katholischen Apostolates, in der die Pallottiner und Pallottinerinnen ein zentraler Teil sind, durch Vorträge in ihrem zeitgeschichtlichen und theologischen Kontext gewürdigt.


Andererseits gingen die Teilnehmer aber auch der Frage nach, in wieweit Pallottis Pastoral-Konzept eine Antwort für unsere heutige Zeit sein kann.

Dabei ging es auch ganz praktisch um bereits existierende
Initiativen, wie die Einkehrtage für Pfarrgemeinderäte im bayerischen Falkenstein (Hofstetten) und die soziale Brennpunktarbeit in Berlin.


Einige Vorträge dieses Symposiums stehen unter www.pallottiner.org/aktuell/in-der-presse/presseinformationen zum Herunterladen zur Verfügung. Zudem wird im Nachklang zu dieser Veranstaltung ein Tagungsband mit den gesammelten Beiträgen erscheinen.