Wir alle sind berufen

2. Akademietag 2013

In einer gut besuchten Aula der Hochschule widmeten sich am Samstag, 19.01.2013, 150 Gäste dem Thema „Pallottis Zukunftsbild von Kirche für heute.“

Seit 100 Jahren wirken die Pallottiner am Ort Vallendar. Am 20. Januar 1963 wurde ihr Gründer Vinzenz Pallotti heiliggesprochen Wofür stehen die Pallottiner und was treibt sie an? Wer war dieser römische Priester und was hat er uns heute zu sagen?

Professor Dr. Paul Rheinbay SAC, Kirchenhistoriker und Rektor der PTHV, beschrieb Vinzenz Pallotti als Impulsgeber, der ein brennendes Interesse hatte, dass die innere und die äußere Seite von Kirche in einem ständigen Erneuerungsprozess bleibt und jede Generation neu gefordert ist, miteinander Wege zu Gott zu gehen, die so bisher noch niemand gegangen ist. „Pallottis Haupttalent bestand in der Fähigkeit, die lebendige Gegenwart des unendlichen Gottes mitten im Leben, in den Menschen, besonders den Armen, wahr zu nehmen und in sich wahr sein zu lassen“, so Rheinbay.

Dr. Claudia Lücking-Michel, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, bestritt mit Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti (PTHV) und dem Referenten  die anschließende Podiumsdiskussion. Vehement wies sie auf das „Volk Gottes“ – Bild für Kirche hin, welches das II. Vatikanum neu heraus gestellt hat. Daraus ergeben sich aktuell unbedingt anzugehende Problemfelder wie die Zerschlagung von aktiven christlichen Gemeinden im Nahbereich bei der Bildung von Großraumpfarreien, das sich wandelnde priesterliche Selbstverständnis, die Würdigung des Engagements von Frauen gerade in der Frage nach der Möglichkeit des ständigen Diakonats wie auch das Ernstnehmen der gerade in Deutschland heimischen Synodalprozesse.

Im lebhaften Gespräch mit den Teilnehmern wurden unterschiedliche Erfahrungen mit v.a. ehrenamtlichem Engagement geschildert. Dabei stellte sich als bedeutsam heraus, das Modell „Hauskirche“ oder „Kleine Christliche Gemeinschaft“ nicht aus den Augen zu verlieren. Es ist Glaubensvollzug im alltäglichen Nahbereich des Miteinanders, ermutigt zum glaubenden Handeln und öffnet oft Dialogmöglichkeiten mit suchenden Menschen außerhalb der verfassten Kirche.

Referat von Professor Dr. Paul Rheinbay SAC

Einführungsrede Professor Dr. Alfred Schuchart SAC

Presseartikel Andreas Krisam