I. Vallendarer Kolloquium Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen 2014

Konstanz/Vallendar/Neuwied, 31.01.2014. Zum 1. Vallendarer Kolloquium zum Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen hatte das Institut für Wissenschaftliche Weiterbildung (IWW) mit der Unterstützung der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung, der Stiftung der Cellitinnen und dem Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e. V. Geschäftsführer, Vorstände, Heimleitungen und Führungskräfte konfessioneller und privater Träger der Langzeitpflege sowie der Freien Wohlfahrtspflege an die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar (PTHV) eingeladen.
 Im Mittelpunkt der zweitägigen Konferenz vom 30. bis 31. Januar 2014 stand der Dialog zwischen hochkarätigen Wissenschaftlern mit maßgeblichen Führungskräften aus der Praxis, die nach zukunftsweisenden Reformperspektiven in der Langzeitpflege und den Austausch über Alternativen suchen, die den aktuellen Ökonomisierungstendenzen entgegengesetzt werden können.

Planungen für die Zukunft:

Nach zwei erfolgreichen Kongresstagen läuft bereits die Folgeplanung für 2015! Das 2. Vallendarer Kolloquium wird voraussichtlich vom 29. bis 30. Januar 2015 stattfinden.

II. Vallendarer Kolloquium 2015

Vallendar, 02.02.2015. Vom 22. bis 23. Januar 2015 fand an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) das II. Vallendarer Kolloquium zum Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen statt. Dazu fanden sich etwa zwanzig Geschäftsführer, Vorstände und Führungskräfte von Einrichtungen der Altenpflege in Vallendar ein, um gemeinsam über das Thema "Ökonomisierung" zu diskutieren. Mit Blick auf das Sozial- und Gesundheitswesen wird heute, vor dem Hintergrund einer zunehmenden Spannung zwi-schen dem Postulat einer fachlich und ethisch verantwortbaren Pflege einerseits und dem Streben nach betriebswirtschaftlicher Effizienz und Kostenoptimierung andererseits, vielfach vom Trend der "Ökonomisierung" gesprochen. Hiermit ist gemeint, dass Kostenfragen einen immer größeren Stellen-wert erlangen, die erwerbswirtschaftliche Logik sich zunehmend durchsetzt, was jedoch ambivalente Auswirkungen auf Leistungserbringung und Arbeitsverhältnisse zeitigt. Über die Diagnose, ihre Aus-wirkungen sowie die Konsequenzen für die Wohlfahrtspflege wurde auf dem II. Vallendarer Kolloquium diskutiert.

Organisiert wurde das Kolloquium von Prof. Dr. Hermann Brandenburg, Lehrstuhl für Gerontologische Pflege an der PTHV, Hanno Heil, Vorsitzender des Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e. V. (VKAD), Dr. Alfons Maurer, Vorstand der Paul Wilhelm v. Keppler-Stiftung und Karl-Heinz Will, Leiter der Abteilung Altenpflege der Stiftung der Cellitinnen. "Dies ist ein Forum für einen kritischen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis", sagte Prof. Brandenburg. "Ich bin beeindruckt von der Diskussionskultur, die wir hier erleben können. Ich wünsche mir, dass Impulse für die freie Wohlfahrtspflege von dieser Veranstaltung ausgehen." Den Abendvortrag zur "Ökonomisierung der Altenhilfe aus kritisch-gerontologischer Perspektive" hielt Prof. Dr. Kirsten Aner, Professorin für Lebenslagen und Altern, Universität Kassel. Sie zeigte – selbstkritisch – wo die Grenzen der Wissenschaft im Hinblick auf Praxisinnovationen liegen und dass das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Praxis von beiden Seiten neu zu reflektieren sei. Ansonsten "verpassen" beide die Chance zu einer echten Veränderung der für viele unbefriedigenden Verhältnisse im Sozialbereich allgemein und in der Pflege im Besonderen.

Einen weiteren Schwerpunkt der inhaltlichen Auseinandersetzung bildete die Frage, wie die Einführung marktorientierter Steuerungselemente in den Sozialbereich rückblickend zu bewerten ist. Zur Diskussion stand die These, dass im Sozial- und Gesundheitssektor die Orientierung am Erlös mittlerweile in die Poren jeder einzelnen Organisation bzw. jedes einzelnen Beteiligten eingedrungen sei. Wie in einem Positionspapier, an dem neben Prof. Brandenburg auch Prof. Ingo Bode, Professor für Sozialpolitik, Universität Kassel und Prof. Dr. Burkhard Werner, Professor für die Organisation des Pflegedienstes im Gesundheitswesen, Katholische Hochschule Freiburg, mitgearbeitet hatten, ausgeführt wurde, sei heutzutage die Befriedigung von Hilfebedarfen vielfach nicht mehr die einzige Richtschnur des Handelns. Prof. Dr. Georg Cremer, Generalsekretär des Deutschen Caritasverband e. V., argumentierte jedoch, dass die Vermarktlichung (auch) durch die Politik in Gang gesetzt worden sei und man auf sie konstruktiv reagieren müsse. Weitere Kommentare kamen von Prof. Dr. Günter Thiele, Professor für Sozial- und Pflegeökonomik, Alice-Salomon Hochschule Berlin, Dr. Christian Waterkamp, Vorstand Evangelisches Altenzentrum Bruchsal, Alexandra Rausch, Studentin an der Pflege-wissenschaftlichen Fakultät der PTHV, Manfred Schnabel, Diplom-Sozialgerontologe an der PTHV und Dr. Matthias Müller, Mitarbeiter am Institut für Sozialwesen, Universität Kassel. Umstritten war unter anderem, ob eine nennenswerte Zahl an Nutzer/innen von der Entwicklung profitieren könne und welche Spielräume zur Umsteuerung bestehen.

Das III. Vallendarer Kolloquium wird vom 21. bis 22. Januar 2016 zum Thema "Herausforderungen für die Vernetzung und Kooperation im Sozial- und Gesundheitswesen" an der PTHV stattfinden.