Antrittsvorlesung von Dr. theol. habil. Ingo Proft

Trier, 15.05.2017:

Im Rahmen eines Festaktes mit rund 90 Gästen fand in der Promotionsaula des Trier Priesterseminars die Habilitationsfeier von Dr. theol. habil. Ingo Proft (Leiter des Ethik Instituts Vallendar) statt. In Anwesenheit von Bischof Dr. Stephan Ackermann und zahlreichen Mitgliedern der Theologischen Fakultäten Trier und Vallendar, des Trierer Domkapitels sowie konfessioneller Trägerschaften von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen im Bistum Trier überreichte der Rektor der Theologischen Fakultät Prof. Dr. Johannes Brantl die Habilitationsurkunde. Professor Brantl ging in seiner Eröffnung auf die Relevanz des Themas der Habilitation von Dr. Proft  für die zukünftige Entwicklung konfessioneller Trägerschaften im Gesundheitswesen ein. Er attestierte dem Werk eine „profunde Ausarbeitung und gute Lesbarkeit“ zu der komplexen Frage nach der Leitbildentwicklung in konfessionellen Krankenhäusern. Dr. Proft bedankte sich für die fachlich wie mitmenschlich sehr wertschätzende Begleitung durch die Gutachter Prof. Dr. Johannes Brantl (Erstgutachter) und Prof. Dr. Martin Lörsch (Zweitgutachter). In seiner anschließenden Antrittsvorlesung führte Dr. Proft die Zuhörer in die Frage ein: „Gewissen letzte Instanz oder persönlicher Vorbehalt?“.

 

Die Habilitationsschrift „Epikie ein integratives Handlungsprinzip zur Verlebendigung von Leitbildprozessen in konfessionellen Krankenhäusern“ kann über das Ethik-Institut bestellt werden unter: ethik-institut(a)pthv.de

 

Die Antrittsvorlesung als Podcast anhören: hier

 

Weitere Information zum Buch finden Sie unter: http://www.gruenewaldverlag.de/epikie-p-1330.html

 

Das Urheberrecht der Bilder liegt bei P. Jürgen Riegel SAC.

Neugeborene an der (Über-)lebensgrenze 06.05.2017

 

Vallendar, 09.05.2017. Wenn das Leben eines Kindes im frühen Entwicklungsstadium bedroht ist, stellen sich für die Eltern und das medizinische und beraterische Fachpersonal weitreichende Fragen und Entscheidungsoptionen. Vorgeburtlich schwerwiegende Diagnosen, Frühgeburtlichkeit oder Geburtskomplikationen erfordern individuelle Unterstützung zum Leben wie zu einem guten Abschied und sind für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Optionen der Neopalliativmedizin wie einer intensivierten Trauer und Abschiedsbegleitung haben dabei an Bedeutung gewonnen.

Zu diesem Thema veranstaltete die Katharina Kasper-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wissenschaftliche Weiterbildung (IWW) der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) und dem Ethik-Institut an der PTHV ihre 13. medizinethischen Fachtagung. Rund 100 Personen aus den Berufsgruppen Medizin, Pflege, Beratung, Pädagogik, Seelsorge sowie betroffene Familien nahmen an der Veranstaltung teil. Den Eröffnungsvortrag "Intensivmedizin und Neopalliativmedizin im Diskurs" hielt Dr. Ann Carolin Longardt, Klinik für Neonatologie der Charité Berlin. Helga Beisel von der Selbsthilfe-Initiative "Leere Wiege Landau/Pfalz" referierte über das Landesbestattungsgesetz und die Trauerbegleitung bei früh verstorbenen Kindern. Dr. Ingo Proft, Leiter des Ethik-Instituts, ging ethischen Fragen im Bereich der Neopalliativmedizin nach unter dem Titel "Leben ermöglichen - Sterben zulassen".

Der zweite Teil der Veranstaltung befasste sich vorrangig mit Beratungskonzepten. So widmete sich Prof. Dr. Ursula Rieke, Ärztliche Leitung/Stiftungsvorstand der Katharina Kasper Stiftung Dernbach, in ihren Ausführungen der "Prozessbegleitenden Beratung bei schwerwiegenden vorgeburtlichen Diagnosen - Erfahrungen einer psychosozialen Fachberatungstelle". Einen sehr persönlichen Einblick in die Thematik bot indes der Erfahrungsbericht des Elternpaares Lutosch/Möllmann aus Greifswald. Sie berichteten über eigene Erlebnisse unter dem Titel: "Begleiten und begleitet werden. Schwangerschaft, Tod und Geburt mit einem chromosomal geschädigten Kind".

Die Tagung bot vielfältigen Raum für persönliche Gespräche zwischen Referenten und Teilnehmern, dem Aufbau von Netzwerken und dem Austausch von Erfahrungen. Veranstalter und Teilnehmer waren sich darüber einig: "Das Thema Neopalliativmedizin muss zukünftig noch stärker in der Öffentlichkeit verankert werden".

 

Ausgewählte Beiträge der Fachtagung sind als Podcast abrufbar.

 

(Urheberrechte des verwendeten Bildmaterials: Timo Michael Keßler)

 
 
 

"Gesund geführt mit der Papst Franziskus Formel" 23.01.2017

 

Vallendar, den 23.01.2017: Dr. Erny Gillen referierte vor rund 40 Teilnehmern zu Fragen gelingender Führung von Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesen. Auf Grundlage der von Papst Franziskus entwickelten Führungsleitlinie stellte er ein Konzept zur ethischen Entscheidungsfindung  in Krankenhäusern vor. Grundlegend machte Gillen auf die Unterscheidung von Leadership und Management aufmerksam: "Wir brauchen wieder echte leader in einem Unternehmen, Personen, die am System arbeiten und nicht nur im System." In diesem Zusammenhang kommen auch die 4 Prinzipien, die Gillen als die "Papst Franziskus Formel" bezeichnet, zur Anwendung:

 

  1. Zeit hat einen Vorrang vor dem Raum
  2. Einheit steht über dem Konflikt
  3. Wirklichkeit genießt Vorrang vor der Idee
  4. Das Ganze ist größer als die Teile  

In Gestalt eines Oktaeders veranschaulichte Gillen, wie die vorgenannten Prinzipien auf konkrete Fragen zur Anwendung zu bringen sind und welche Erkenntnisse sich daraus für die Praxis ergeben.

Der anschließende rund einstündige Austausch von Publikum und Referent zeigte das große Interesse der Veranstaltungsteilnehmer an der vorgestellten Methode und regte zu weiteren Veranstaltungen dieses Formats an.

 

Informationen zur Publikation "Gesund geführt mit der Papst Franziskus Formel" sowie zum Referenten können über das Ethik-Institut bezogen werden.

Den Vortrag finden Sie hier als Videocast.

10 Jahre Ethik-Institut 26.11.2016

 

Verabschiedung von Prof. Dr. Heribert Niederschlag SAC als Direktor des Instituts und Ernennung von Dr. Ingo Proft als neuen Leiter

 

Am 26. November 2016 wurde das 10-jährige Jubiläum des Ethik-Institutes an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) gefeiert und zugleich Prof. em. Dr. Heribert Niederschlag SAC als Leiter des Instituts verabschiedet. Das im November 2006 gegründete Ethik-Institut wurde seit Anbeginn an von ihm geleitet.

 

Gegründet wurde das Ethik-Institut von Sr. Dr. h.c. M. Basina Kloos, der damaligen Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen,  stellvertretende Vorsitzende der Hildegard Stiftung und Mitglied des Vorstandes der Edith Stein-Trägerstiftung. Ziel war es, ein wissenschaftlich arbeitendes Institut zu gründen, welches die sich abzeichnenden Herausforderungen im Gesundheitswesen, insbesondere in der Pflege und in der Medizin, ethisch begleitet. „Es war eine spannende und kreative Zeit, auf die ich dankbar zurückblicke“, resümierte Prof. em. Dr. Heribert Niederschlag SAC.

 

Rückblick auf 10 Jahre Ethik-Institut

 

Er erinnerte in seinem Rückblick auf die vergangenen 10 Jahre an die vielfältigen ethischen Themenfelder, derer sich das Ethik-Institut angenommen hat und lobte die interdisziplinäre Arbeit an wichtigen ethischen Themen. Dabei hob er besonders die Expertenarbeit hervor, die in den Fachgremien geleistet wird. Hierzu gehört der „Ethikrat in der Diözese Trier“ mit seiner Geschäftsstelle im Ethik-Institut an der PTHV.

 

Der Ethikrat ist ein vom Trierer Bischof berufenes ethisches Fachgremium, dem Ethiker, Juristen, Mediziner und Medizinethiker sowie Pflegewissenschaftler angehören. Die Krankenhäuser mit einem katholischen Träger – in der Diözese Trier sind es meistens Ordensgemeinschaften oder ihre Stiftungen – können dem Ethikrat eine konkrete Anfrage zuleiten, auf die er eine Empfehlung formuliert. Diese Empfehlungen werden veröffentlicht und können im Ethik-Institut bezogen werden. So wurde etwa einmal angefragt, wie sich in einem katholisch getragenen Krankenhaus zu verhalten sei, wenn eine Zeugin Jehovas vor einer schwierigen Geburt steht und sie jegliche Bluttransfusion strikt ablehnt. Auch die vor wenigen Jahren heftig diskutierte „Pille danach“ war Thema. Die darauf erfolgte Empfehlung hat deutschlandweit zur Beruhigung beigetragen. Zuletzt beschäftigte den Ethikrat der „Assistierte Suizid“. Die in diesem Zusammenhang vorgelegten Argumente stießen ebenfalls auf ein breites positives Echo.

 

Übergabe der Leitung an Dr. Ingo Proft

 

Heribert Niederschlag verabschiedete sich von der Leitung des Ethik-Instituts, die nun sein langjähriger Mitarbeiter Dr. Ingo Proft übernimmt. „Werte und Ziele bilden und prägen Menschen und Einrichtungen. Das Ethik-Institut sollte ethisch geprüfte Instrumente für die Praxis entwickeln, um moralische Anforderungen und Engpässe im klinischen Alltag schneller und kompetenter bewältigen zu können“, sagte Prof. em. Dr. Heribert Niederschlag SAC. Dr. Ingo Proft ergänzte: „Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass der Weg der Kommunikation und damit verbunden der Vermittlung von sittlichen Werthaltungen und zentralen Inhalten des christlichen Glaubens nur in Form eines offenen, erfahrungsgeleiteten Austauschs aller am Entscheidungsprozess Beteiligten gelingen kann. Dabei bedarf es eines Verständnisses, das an den wirklichen Problemen und Fragen der Menschen vor Ort anzusetzen weiß und dabei den Mitarbeiter vor Ort als unverzichtbare Grundlage personaler Verantwortung bestimmt.“ Seinem Nachfolger gab Prof. Niederschlag SAC mit auf den Weg, mit Geduld und Kreativität ein Kompetenzzentrum für offene und zukunftsfähige christliche Ethik weiterzuentwickeln, die den kranken, alten, behinderten und sterbenden Menschen zugutekommt.

 

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Dr. h.c. Paul Kirchhof, Bundesverfassungsrichter a. D. zum Thema „Recht und Gerechtigkeit im Gesundheitswesen“.

 

Das Schlusswort hielt Sr. Dr. h.c. M. Basina Kloos.

 

 

Kurzbeitrag "10 Jahre Ethik-Institut" TV Mittelrhein

Tagung "Kind(er)leben" (16.04.2016)

 

Vallendar, 16.04.2016: Zur 12. medizinethischen Tagung in Vallendar trafen sich 70 Teilnehmer aus medizinischen, beratenden und seelsorglichen Berufen anlässlich des Themas: "Kind(er)leben - Einfluss von Pränatalmedizin auf Familienplanung und Geschwisterthemen".

Vielfach unterliegen heute Schwangerschaft, der Wunsch nach Kindern und das Familienleben selbst gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen und einem umfangreichen medizinischen Fortschritt, besonders im Bereich der Implementierung neuer Diagnostiken und Therapieformen. Zur Erfüllung des Wunsches nach einem Kind und einem "richtigen" Familienleben stehen zudem zahlreiche Techniken und Verfahren zur Bestimmung möglicher Behinderungen zur Verfügung, die oft ethische Fragen aufwerfen.

Pressebericht zur Tagung

 

Priorisierung und Rationierung in der Medizin (18.-19.09.2015)

 

Ist unser Gesundheitswesen noch zu retten? Jahrestagung der KÄAD und des Ethik-Instituts an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar vom 18.-19. September.

 

 

Assistierter Suizid (12.-13.10.2015)

 

Fachtagung des Ethik-Instituts an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar, der Stiftung Liebenau und des Kooperationskreises Ethik vom 12.-13.10.2015.

 

Pressemeldung zur Veranstaltung

  

Informationen und Anmeldungen zu Veranstaltungen

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Ethik-Institut

PTHV gGmbH

Pallottistr. 3

56179 Vallendar

 

oder per Mail an:

 

ethik-institut(a)pthv.de

 

Gerne erteilen wir Ihnen auch Auskunft über künftige Veranstaltungen und Fortbildungsangebote.

 

  

Trägerübergreifendes Fortbildungsprogramm 2017