Rückblick Sonntagsmatineen 2009

Patientenverfügung  - Selbstbestimmung am Lebensende (07.06.2009)

 

Am Sonntag, den 07. Juni hatte das Ethik-Institut in Vallendar erneut zu einer Sonntagsmatinee mit dem Titel "Patientenverfügung - Selbstbestimmung am Lebensende" eingeladen. Den Fachvortrag hierzu hielt der Staatsrechtler Prof. Dr. Wolfram Höfling vom Institut für Staatsrecht an der Universität Köln. Thematisch wurde die gesellschaftspolitische Debatte zur Patientenverfügung, die Gesetzesentwürfe des Bundestages und die Frage nach möglichen Handlungsansätzen und Lösungsvorschlägen behandelt. Prof. Höfling wies zudem auf notwendige Kennziffern hin, die eine "gelungene" Patientenverfügung erfüllen muss und warnte angesichts des Dschungels von unterschiedlichen Konzepten und Vorlagen zur Vorsicht.

Die rund 40 Teilnehmer hatten im Anschluss Möglichkeit zur Diskussion und Rückfrage. Musikalisch wurde die Veranstaltung von einem Quartett der Musikschule Koblenz unter der Leitung von Frau Egermann begleitet.

 

Selbstbestimmung und Demenz (29.06.2009)

 

Am Sonntag, den 28. Juni veranstaltete das Ethik-Institut der PTHV eine Sonntagsmatinee zum Thema "Selbstbestimmung und Demenz".

 

Den Vortrag hierzu hielt Prof. Dr. Hermann Brandenburg (Lehrstuhl für Gerontologische Pflege an der PTHV). Sehr anschaulich führte Prof. Brandenburg die rund 50 Teilnehmer in das pflegerisch und gesellschaftspolitisch äußerst sensible Feld der Demenz ein. Der Vortrag wusste insbesondere für Begrifflichkeiten im Umgang mit dementiell erkrankten Patienten zu sensibilisieren.  Der Mensch ist und bleibt aller Einschränkungen zum Trotz in seiner Würde erhalten und verliert sein Personsein nicht. Vor dem Hintergrund demographischer Veränderungen verwieß Brandenburg auf aktuelle und künftige Herausforderungen, um im Spannungsfeld von Patientenwille und Patientenwohl auf die Notwendigkeit spezifischer situativer und subjektsensibler Kompetenzen in der Pflege aufmerksam zu machen. Mit Blick auf Familien und Gesellschaft als besondere Bewährungsfelder für den Umgang mit Demenz bot sich im Anschluss an den Vortrag die Möglichkeit zu Rückfragen und Diskussion.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von einem Klarinettenquartett der Musikschule Koblenz unter Leitung von Frau Egermann begleitet.

 

Präsentation zur Veranstaltung

Ethik der Achtsamkeit (30.08.2009)

 

Am Sonntag, den 30. August beschloss das Ethik-Institut der PTHV die diesjährigen Sonntagsmatineen zum Thema "Grenzenlose Selbstbestimmung?". Mit einem Vortrag unter dem Titel "Ethik der Achtsamkeit" führte Prof. Schulz-Nieswandt die rund 50 Hörer in das Spannungsfeld der Fremd- und Selbstbestimmtheit ethischer Entscheidungen ein. Im Kontext der Behindertenhilfe vermochte er anhand aktueller Forschung auf die Vielgestalt von Einflusskräften und Interessengruppen auf der Suche nach personaler Souveränität in der polyvalenten Beziehung von Arzt-Patient aufmerksam zu machen. Bedürfnisartikulation wie Bedarfsdefinition fanden hier ebenso ihre Berücksichtigung wie allgemeine Überlegungen zur Selbst-Responsivität, exzentrischen Positionalität und zur Empathie in ihrem Einfluss auf das soziale Handeln des Menschen.

Als Grundtenor einer Ethik der Achtsamkeit bleibt die Notwendigkeit einer gelingenden dia- bzw. polylogischen Praxis im Bewusstsein, die die Arbeit am eigenen "Selbst" wie die Arbeit "mit" dem Anderen zu verbinden weiß. Hinweis:

Die Vorträge zu den Sonntagsmatineen 2008/2009 werden Ende 2010 in einem Sammelband veröffentlicht.