

Welche Möglichkeiten bieten sich in Einrichtungen konfessioneller Träger, einer ungewollten Schwangerschaft zu begegnen? Wie sind diese ethisch zu bewerten und welche Konsequenzen erwachsen daraus für die Praxis eines Krankenhausalltags?
Mit dem Auftrag, ethische Grundpositionen und praktische Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren, fand am 16.01.2013 eine Halbtagsveranstaltung an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar zur Frage der „Pille danach“ statt. Veranstalter der Tagung war die Marienhaus Holding in Zusammenarbeit mit dem Trägerübergreifenden Ethikrat im Bistum Trier, der im Vorfeld bereits ein ethisches Votum erstellt und für die Tagung zur Diskussion gestellt hatte.
In verschiedenen Referaten wurde auf die Notwendigkeit einer klaren Differenzierung der unterschiedlichen Wirkstoffe und Wirkmechanismen antikonzeptiver "Notfall"-Präparate hingewiesen. Der Begriff der "Pille danach" erweist sich dabei als Sammelbegriff zunehmend als unbrauchbar, da zwischen ovulationshemmender, nidationshemmender und abortiver Wirkung nicht nur medizinisch, sondern auch ethisch zu unterscheiden ist. Aus ethischer Perspektive wurde im Rahmen der Veranstaltung zudem die notwendige Verbindung beginnenden menschlichen Lebens mit grundlegenden Lebens- und Schutzrechten betont.
Als Ergebnis der Informationsveranstaltung kann die zentrale Forderung nach einer fortgesetzten Bewusstseinsbildung unter allen beteiligten Personengruppen betont werden. Dies beinhaltet sowohl die Suche nach Möglichkeiten einer Intensivierung der Beratungs- und Informationsangebote als auch eine fortgeführte intensive Verfolgung medizinischer Forschungsergebnisse, die wichtige weiterführende Informationen für den Vorgang der ethischen Bewertung liefern können. Die vielfältigen Anregungen und Impulse der Veranstaltung stellen zudem für den Trägerübergreifenden Ethikrat im Bistum Trier wichtige Anregungen und Hilfestellungen in der Erarbeitung einer konkreten Handlungsempfehlung dar, die gerade auch für die Praxis Orientierung in der Entscheidungsfindung bieten soll.
Ein besonderer Dank kommt den Referenten dieses Tages als auch dem engagierten Mitwirken der Teilnehmer zu, verbunden mit dem Wunsch auch bei zukünftigen Veranstaltungen zu medizinethischen Fragen auf eine ähnlich breite Resonanz und ein produktives Mitwirken der Teilnehmer in ethischen Entscheidungsfindungsprozessen zählen zu dürfen.
Mitglieder der Arbeitsgruppe Ethik und Pflege der Akademie für Ethik in der Medizin trafen sich vom 21.-23.10.2011 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. Das Thema „Organisationsethik“ stand im Mittelpunkt des dreitägigen Arbeitstreffens. Theoretische Fragen sowie Fragen der Anwendung in verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens wurden vor allem aus pflegerischer Perspektive diskutiert. Die Gruppe arbeitet seit Mitte der 1990er Jahre zu pflegerelevanten ethischen Themen. Sie veranstaltet hierzu Tagungen und es sind in diesem Rahmen mehrere Veröffentlichungen entstanden.

Im Rahmen der Matinee wird vom 09.09.-16.09.2011 eine Ausstellung des polischen Künstlers Janus Tzarski gezeigt, der sich in seinen Werken mit dem Thema Leben und Sterben auseinander setzt. In sehr eingängigen und intensiven Darstellungen wird die Diagnose „Ovarial Carcinom“ aufgegriffen und der Erfahrung einer infausten Prognose sowie dem Prozess des Abschiednehmens emotional nachgespürt. Der Betrachter ist eingeladen, diesen Weg ein Stück mitzugehen und sich in seinem eigenen Empfinden darin wiederzufinden.
Am 22.11.2010 fand an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie Trier und der Bezirksärztekammer Koblenz eine interdisziplinäre Tagung zur Demenz statt.
Die Veranstalter hatten es sich zum Ziel gesetzt in Vorträgen und Workshops auf die vielfältigen Herausforderungen und Probleme im Umgang mit Demenz aufmerksam zu machen und Modelle und Konzepte ihrer Begleitung vorzustellen.
Prof. Dr. Hans-Georg Nehen (Essen) (Teil1) (Teil2) eröfnete seinen Vortrag mit den zu erwartenden demographischen Veränderungen der Gesellschaft und deren Auswirkungen auf die Versorgung demenziell erkrankter Menschen. Er betonte in besonderer Weise, dass die Diagnose von Demenz individuell ausgerichtet sein muss. Neben Kennzeichen und Typen der Krankheit und einer Skizzierung des Krankheitsverlaufs wurde die besondere Gestalt sozialer Herausforderungen besonders im familiären Umfeld aufgezeigt.
Prof. Dr. Hermann Brandenburg (Vallendar) stellte seine Ausführungen unter die Perspektive der Person-Umwelt-Transaktion, wonach ein Umdenken in der Begegnung mit Demenz geboten ist Die Krankheit ist danach weniger von den Defiziten als von den verbleibenden Möglichkeiten des Lebens zu verstehen. Nicht von pharmazeutischer Seite seien in unmittelbarer Zukunft große Entwicklungssprünge zu erwarten - vielmehr stelle sich die Herausforderung einer neuen Kultur im Umgang mit Demenz.
Dieser Gedanke fand auch Anklang in den Darstellungen von Frau Dr. Verena Wetzstein (Freiburg), die vorallem den öffentlichen Umgang mit Demenz kritisch anfragte. Oft werde Demenz dämonisiert und Betroffene wie pflegende Angehörige stigmatisiert. Eine Fixierung auf eine rein kognitive Definition des Menschen sei das große Problem der Moderne. Diese gelte es zu durchbrechen, um den Menschen im ganzheitlichen Blick eines Beziehungsgeschehens wahrzunehmen.
Den Vorträgen schlossen sich drei Workshopangebote an, die Themenfelder regionaler Versorgung, Konzepte und Modelle in Alten- und Pflegeheimen als auch internationale Perspektiven in den Blick nahmen.
Das Abschlussreferat bildete eine Auswertung des Entlastungsprogramms bei Demenz (Ede), welches von Frau Ursula Laag (Köln) vorgestellt wurde. Ziel des Programms war die Sichtbarmachung der vielfältigen Belastungen in Pflegesituationen und die Entwicklung entsprechender Angebote zur Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger.
Eine Ausstellung von Kunstwerken von Menschen mit Demenz von Frau Anke Hettinger (Köln) rundete die Veranstaltung ab. Rund 100 Teilnehmer nahmen an der Tagung teil.
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