Biblischer Traumfänger

Patrick Roth las aus seiner Christus-Trilogie

v.l.n.r.: Martin W. Ramb, Bistum Limburg; Thorsten Ahrend, Verleger; Prof. Dr. Michaela Kopp-Marx, Kommentatorin von Roths Werk; Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski, Rektor der PTHV; Patrick Roth, Buchautor/ Foto: Timo Kessler

Vallendar, 28.08.2017. Hoch konzentriert folgten rund 60 Zuhörer am 25.06.2017 in der Pallottikirche Vallendar der Lesung des Mannheimer Schriftstellers Patrick Roth, der aus seinen drei Christusromanen "Riverside", "Johnny Shines" und "Corpus Christi" vorlas. Diese liegen nun erstmals in einem Band mit einem ausführlichen Kommentar von Prof. Dr. Michaela Kopp-Marx, Privatdozentin am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg, vor (Göttingen: Wallstein Verlag, 2017). Die Lesung war Teil der philosophisch-literarischen Veranstaltungsreihe "Denkbares. Begegnung mit Menschen und Büchern", die von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) und dem Bistum Limburg durchgeführt wird.

"Nur wenige Autoren sind in der Lage ihre eigenen Werke so kongenial mitreißend und bewegend vorzutragen wie Patrick Roth", sagte Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski, Rektor der PTHV und Mitbegründer von"Denkbares". Geschult durch seine filmischen und dramatischen Arbeiten in den achtziger Jahren in Los Angeles zog Roth die Zuhörer in Vallendar durch seine visuell-szenische anschauliche Erzählweise förmlich in den Bann. "Im Schatten des oft lärmenden Literaturbetriebs führen Roths Texte in die Stille und stellen religiöse Erfahrungen in den Mittelpunkt", sagte Martin Ramb vom Bistum Limburg. Seit den neunziger Jahren schlägt Roth dabei eine Brücke zurück zu den Stoffen der Bibel, die dadurch eine neue Aktualität gewinnen. Seine bildgewaltige, musikalische Sprache verleiht den vertrauten und teils erstarrten Stoffen der Bibel eine überwältigende Präsenz.

An die Lesung schloss sich ein moderiertes Gespräch mit den beiden Gründern von "Denkbares", Martin Ramb und Prof. Zaborowski, an. In den intensiven Rückfragen des Publikums machte Roth deutlich, dass der Traum für sein literarisches Schaffen eine besondere Rolle spiele. Inspiriert hat ihn u. a. die Tiefenpsychologie C. G. Jungs. In Träumen, so Roth, fänden wir Zugang zum kollektiv Unbewussten. Traumbilder sprächen eine universale Sprache und kleideten sich in mythologische Bilder, sogenannte Archetypen, die offen sind für religiöse Erfahrungen. Ein denkwürdiger Abend, der musikalisch an der Orgel durch Simon Dennhardt, Stipendiat der Stiftung DEY, begleitet wurde.