Pflegedidaktische Curriculumentwicklung betreiben

Fortsetzung des Expertenseminars mit Prof. Dr. Ulrike Greb

Prof. Dr. Ulrike Greb war zu einer Fortsetzungsveranstaltung nochmals zu Gast an der PTHV/ Foto: PTHV

Vallendar, 01.06.2017. Am 31.05.2017 war Prof. Dr. Ulrike Greb, Professorin für Berufspädagogik an der Universität Hamburg, und Koryphäe auf dem Gebiet der Pflegedidaktik, im Rahmen der im Mai 2015 gestarteten Seminarreihe zur Pflegedidaktik, an der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) zu Gast. Sie hielt die Fortsetzungs-Veranstaltung vom 09.11.2016 für die Studiengruppe LA 2 (8. Semester Master Ed. Lehramt Pflege an BBS). Das Seminar von Prof. Greb wird integriert in den Kurs 'Professionalisierung und Qualitätsentwicklung in der Pflegebildung'. In diesem Seminar haben die Studierenden wie ein Lehrerkollegium einer Altenpflegeschule arbeitsteilig pflegedidaktische Curriculumentwicklung betrieben. Konkret ging es darum, an vier thematischen Schwerpunkten (Gedächtnis, Beziehung, Identität und Wohnen) das Lernmodul 3.2 ‚Dementiell erkrankte und gerontopsychiatrisch veränderte alte Menschen pflegen‘ curricular zu entwickeln. Dabei folgten die Studierenden den Prinzipien der kategorialen und exemplarischen Strukturierung nach Wolfgang Klafki.

"Durch die enge pädagogische und wissenschaftliche Begleitung der Gruppen durch Frau Prof. Greb gelang es uns den Bildungsgehalt eines ‚Exempels‘ (in diesem Fall ein Video) mit Hilfe der Elementaria nach Wolfgang Klafki zu erschließen", berichtete Christine Bach, studentische Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Pflegedidaktik, am Ende des arbeitsreichen Tages.

In dem Seminar am 09.11.2016 mit Prof. Greb stellte diese den Studierenden das Strukturgitter für die Pflege- und Gesundheitsfachberufe vor, eine Modifikation des Strukturgitteransatzes von Herwig Blankertz. Dieses ermöglicht durch die Verschränkung pflegespezifischer Sachebenen (Krankheitserleben, Helfen und Institution) und Perspektiven (Individuum, Interaktion und Institution) eine kritische Reflexion von gesellschaftlichen Strukturen, die die Pflege prägen. Widersprüche werden sichtbar und stoßen Bildungsprozesse an. Diese Form der Kategorialanalyse hat einen prominenten Platz im Bereich der Didaktik der Gesundheitsberufe, das gilt auch für die Hochschuldidaktik. Sie dient dazu, berufliche Anforderungen wie sie beispielsweise in Lehrplänen vorgegeben sind, analysieren zu können, um darauf aufbauend curriculare Planungsprozesse vornehmen zu können.

"Ich freue mich, dass wir Frau Prof. Greb erneut für unser Expertinnen-Seminar gewinnen konnten", freut sich Dorothee Spürk, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Lehrstuhl für Pflegedidaktik und Organisatorin der Expertinnen-Seminare. "So hatten die Studierenden des Lehramtsstudienganges die Möglichkeit die Thematik weiter zu vertiefen und von einer ausgewiesenen Expertin zu lernen."