Ästhetische Bildung in der Pflege

5. Seminar in der Reihe der Expertenseminare zur Pflegedidaktik

Studierende mit Prof. Dr. Michael Bossle (2. von rechts). Foto: PTHV

Vallendar, 23.01.2017. Im Rahmen einer Seminarreihe zur Pflegedidaktik, die im Mai 2015 gestartet ist, war am 20.01.2017 Prof. Dr. Michael Bossle, Dekan der Fakultät für Angewandte Gesundheitswissenschaften an der Technischen Hochschule Deggendorf, Alumni der PTHV und Mitherausgeber der Zeitschrift "PADUA" (Zeitschrift für Pflegepädagogik, Patientenedukation und -bildung) an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) vor Ort, um zum Thema „Ästhetische Bildung in der Pflege“ zu sprechen.

In Anknüpfung an ausgewählte Grundgedanken John Deweys (1859- 1952) legte Prof. Bossle Argumente für ästhetische Pflegebildungsprozesse dar.  Er sieht die Verdienste John Deweys in der Entwicklung eines theoretischen Fundaments für ästhetische Erfahrungen, die heute noch immer hochrelevant für pädagogische Prozesse sind. Die berufspädagogische Zielsetzung der Handlungsorientierung verdeutlicht dieses im Rahmen des Lernfeldkonzeptes. Letztendlich geht es beiden, Dewey und dem Lernfeldkonzept, um konkrete lebensweltliche Bezüge. Nach Dewey definiert sich Kunst "als das Wirken jener Kräfte, die die Erfahrung eines Ereignisses, eines Objekts, einer Szene oder Situation zu ihrer eigenen, integralen Erfüllung bringt". Wenn Pflege entsprechend als Kunst bezeichnet werden soll, so führte Prof. Dr. Bossle aus, bedarf es folgenden Geistes:  für etwas/jemanden zu sorgen,  etwas/jemanden zu mögen und  willensmäßig, praxisbezogen und zielbewusst zu handeln. Für die Pflege bedeutet dies konkret: „Ästhetische Pflegebildung ermöglichen heißt, subjektive Erfahrungsräume schaffen, damit Bedeutungsgehalte zum Ausdruck gebracht werden können", sagte Prof. Bossle abschließend. "Solche Erfahrungsräume können beispielsweise mit Musik oder mit Methoden des Theaters geschaffen werden."

Am Nachmittag wurden Methoden zur ästhetischen Bildung vorgestellt und ausprobiert. "Durch die praktischen Übungen am Nachmittag wurde sehr deutlich, wie wichtig und wertvoll es ist, ästhetische Bildung am eigenen Leib zu erfahren. Das möchte ich auch Auszubildenden in der Pflege ermöglichen", sagte Lena Höffel, Studierende des 9. Semesters Lehramt Pflege an Berufsbildenden Schule in der Abschlussrunde.

Die Reihe der Expertenseminare wird geleitet von Dorothee Spürk, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Lehrstuhl Pflegedidaktik der Pflegewissenschaftlichen Fakultät.