Geschichte und Profil der PTHV

Seit 1892 sind die Pallottiner in Deutschland. Im gleichen Jahr erhielten sie, im Gegenzug zu ihrer Bereitschaft, Missionare in die damals deutsche Kolonie Kamerun zu senden, von der Preußischen Regierung die Erlaubnis, in Deutschland Niederlassungen zu gründen und Missionare auszubilden. Damit war die Erlaubnis eingeschlossen, eine philosophisch-theologische Bildungsstätte zu errichten. Die Pallottiner eröffneten diese Bildungsstätte 1896 und siedelten sie nach einem einjährigen Provisorium in Koblenz-Ehrenbreitstein für ein halbes Jahrhundert in Limburg an, wo ein großes Missionshaus neu gebaut worden war. Unmittelbar nach dem Krieg, noch im Jahr 1945, hat sich die Provinzleitung entschieden, die Theologische Hochschule nach Vallendar zu verlegen.
Bis in die 1960er Jahre wurden an unserer Hochschule nur Pallottiner ausgebildet. In den 1970er Jahren wurde der Bildungsauftrag von Priesteramtskandidaten auf Laientheologen ausgedehnt. 1979 erhielt die Hochschule die staatliche Anerkennung als wissenschaftliche Hochschule in freier Trägerschaft für den „Diplomstudiengang im Fach Katholische Theologie“.
Durch Dekret der Kongregation für das Katholische Bildungswesen vom 7. Oktober 1993 wurde die Hochschule zur Fakultät mit den Abschlüssen Diplom, Lizentiat, Promotion und Habilitation (1996) erhoben. Die Hochschule führt seitdem den Namen:
Philosophisch-Theologische Hochschule der Gesellschaft des Katholischen Apostolates (Pallottiner), abgekürzt: PTHV.
Durch den Vertrag vom 12. Oktober 2005 zwischen der Vinzenz Pallotti gGmbH Friedberg und der St. Elisabeth gGmbH Waldbreitbach wurden beide zu Gesellschaftern der PTHV gGmbH. Beide Gesellschafter kamen überein, in der Hochschule eine Fakultät für Pflegewissenschaft zu gründen. (Chronologie der Pflegewissenschaftlichen Fakultät)
Im Wintersemester 2006 begannen die ersten Studierenden ihr Studium zum "Master of Science Pflegewissenschaft". Im Frühjahr 2008 startete das Promotionsprogramm, in dem studierte Pflegekräfte ihre Doktorarbeiten anfertigen können. Die promovierten Absolventen sollen dann insbesondere in der Forschung, Entwicklung, Beratung und der wissenschaftlichen Lehre im Pflege- und Gesundheitsbereich eingesetzt werden können.
Nach der Genehmigung der neuen Grundordnung durch die römische Bildungskongregation, die Diözese Trier sowie das Wissenschaftsministerium in Mainz konnte der Großkanzler der Hochschule, Generalrektor P. Fritz Kretz, die Hochschule mit nunmehr zwei Fakultäten als "Katholische Universität" errichten.
Nach wie vor orientiert sich die Hochschule der Pallottiner an dem Auftrag ihres Gründers, allen Katholiken ihre apostolische Verantwortung bewusst zu machen und sie für das universale Apostolat zu befähigen. Das „Tun der Wahrheit in Liebe“ (vgl. Eph 4,15) ist Impuls und Imperativ der Theologie und der Pflegewissenschaft. Die Hochschule versteht sich als wissenschaftliche Institution, in der das Miteinander von Glaube und Leben, von Bekenntnis und Zeugnis, von Pastoral und Diakonie reflektiert und der Theorie und Praxis gleichermaßen zugute kommt. Hier sollen Führungskräfte herangebildet werden, die in ihrem kirchlichen wie beruflichen Umfeld wie „Apostel“ wirken. Dieser „apostolische“ Impetus prägt die Theologie wie auch die Pflegewissenschaft. Die PTHV versteht den Aufbau der Pflegewissenschaftlichen Fakultät als eine Verwirklichung ihres Apostolatsauftrags und zugleich als Beitrag zur Ergänzung der katholischen und staatlichen Bildungslandschaft im Pflegebereich.