Die ersten Referendare mit Fach Pflege für Berufsbildenden Schulen in RLP sind in der Praxis angekommen

Region Koblenz profitiert am stärksten von den Studierenden der PTHV

Thomas Kratz, Fachleiter am Studienseminar in Neuwied, freute sich besonders neun seiner Schützlinge (eine Referendarin fehlt auf dem Foto) auch weiterhin als frisch gebackene Referendare begleiten zu können. Er kennt sie bereits aus der Studienkooperation mit der PTHV.

Vallendar, 08.11.2017. Vor fünf Jahren wurde mit dem Lehramtsstudium Pflege an berufsbildenden Schulen (BBS) ein bundesweit einmaliges Studienangebot in der Kooperation zweier Universitäten im Raum Koblenz begonnen. In enger Zusammenarbeit zwischen der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) und der Universität Koblenz-Landau wurden seither pro Jahr rund 20 Studierende dieser Fachrichtung aufgenommen. Mit Beginn des Wintersemesters sind jetzt die ersten Absolventen als Referendare an die berufsbildenden Schulen gegangen. Viele von ihnen werden ab November an Schulen im Großraum Koblenz und im nördlichen Rheinland-Pfalz eingesetzt. "Diese Region profitiert damit am stärksten von dem neuen Angebot", erklärt Prof. Dr. Frank Weidner, Studiengangsleiter an der PTHV. Einige der Absolventen sind aber auch in anderen Regionen des Landes oder in angrenzenden Bundesländern untergekommen. "Wir freuen uns sehr, dass wir nicht nur unseren Absolventen eine hervorragende Perspektive bieten, sondern zugleich auch einen weiteren Beitrag zu den gesellschaftlichen wichtigen Themengebieten Gesundheit und Pflege in der Region und im Lande leisten können", freut sich Prof. Weidner. "Die Fachrichtung Pflege gehört zu den Berufsfeldern, die in der Lehrerbildung in Rheinland-Pfalz immer noch als Mangelfach eingestuft wird. Absolventen haben auch in den kommenden Jahren sehr gute Berufsaussichten."

Thomas Kratz, Fachleiter am Studienseminar in Neuwied, ist für die meisten der ersten Absolventen der verantwortliche Ansprechpartner im Referendariat. Er kennt die Referendare bereits gut, da er von Beginn an in die Entwicklung und den Aufbau des Studienangebotes eingebunden war. Er unterrichtet als Lehrbeauftragter an der PTHV und organisiert die Schulpraktika der Studierenden. "Darauf haben wir nun lange hingearbeitet, dass wir den Lehrermangel in der Fachrichtung Pflege nach und nach beheben können und ab Winter dürfte die Entlastung in einigen Regionen bereits spürbar werden", sagt Thomas Kratz. Die enge Kooperation zwischen zwei Universitäten und einem Studienseminar bereits im Lehramtsstudium ist dabei keineswegs selbstverständlich. Dadurch kann nicht nur ein breites Studienangebot mit mehr als zehn allgemeinbildenden Fächern, sondern auch eine frühzeitige Theorie-Praxis-Verzahnung sichergestellt werden. "Im Referendariat hoffe ich darauf, die neuen Erfahrungen diskutieren und weitere Unterrichtsmethoden kennenzulernen", sagt eine Neu-Referendarin, die Thomas Kratz bereits aus der Studienzeit kennt. Eine andere hob lobend hervor: "Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Studienseminar, während des gesamten Studiums, konnten wir die Strukturen der Unterrichtspraxis bereits kennenlernen und im Studium mit den theoretischen Grundlagen vernetzen."

Das Lehramtsstudium Pflege an berufsbildenden Schulen (BBS) besteht aus einem Bachelor- und einem aufbauenden Masterstudiengang mit einer Regelstudienzeit von insgesamt fünf Jahren. Die Studierenden belegen an der PTHV Veranstaltungen zur Pflege/ Pflegewissenschaft und am Campus Koblenz zu den Bildungswissenschaften und einem allgemeinbildenden Fach wie Deutsch, Englisch, Mathe oder Sport. Im Anschluss daran gehen die Absolventen in ein 18-monatiges Referendariat an eine berufsbildende Schule und führen darin bereits eigenverantwortlichen Unterricht durch. Nach dem Ende des Referendariats und mit Bestehen des zweiten Staatsexamen haben sie sehr gute Aussichten in den Schuldienst des Landes übernommen und verbeamtet zu werden. Voraussetzung für das Studium ist das Abitur und ein 52-wöchiges Fachpraktikum (wovon mindestens 26 Wochen vor Beginn des Studiums absolviert sein müssen) oder eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in einem Pflegeberuf mit anschließender zweijähriger Berufspraxis.

Für das Studium werden keine Studiengebühren erhoben. Als Ansprechpartnerin an der PTHV steht Maria Peters unter Tel. 0261/ 6402-240 zur Verfügung.