Studienfahrt 2010

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Die Fahrt findet vom 24. Februar bis 3. März 2010 statt. Anmeldungen direkt über asta-pthv@gmx.de.

 

 

Weitere Informationen werden in den nächsten Wochen folgen.

Grundsätzliches

Die Region um Koblenz ist traditionell durch den katholischen Glauben geprägt. Die Mehrheit der Studenten der philosophisch-theologischen Hochschule in Vallendar (PTHV) kennt nicht das Verhalten eines Christentums in der Diaspora, und doch zeigen Umfragen, Milieustudien und nicht zuletzt die harten Zahlen der Kirchenaustritte und wegbleibenden Gottesdienstbesucher, dass ein in der Mehrheit des deutschen Volks verwurzeltes Christentum schwindet. Daher ist es nicht nur notwendig, kritisch zu schauen, welche Ursachen dahinter stecken, sondern auch, welche Konzepte zukünftig entwickelt werden können, damit Evangelisierung gelingt. An dieser Konzeptentwicklung werden die heute an der PTHV Studierenden in Zukunft mitarbeiten müssen. Daher gilt es sich schon jetzt, sich mit dem Phänomen der Diaspora zu beschäftigen und schon existierende Konzepte konstruktiv kritisch zu bewerten.

 

Die Studienfahrt 2010 nimmt dazu - im zwanzigsten Jahr der Wiedervereinigung - die Neuen Bundesländer in den Blick. Anhand dieses spezifischen Beispiels soll zunächst auf die christlichen Wurzeln des Landes, deren versuchtes ‚Vertrocknen‘ durch die verschiedenen Regime und die heutigen Möglichkeiten zur Revitalisierung, d. h. Evangelisierung, dieser inzwischen zutiefst areligiösen Gegend Deutschlands geschaut werden. Dabei soll dieses Projekt fächer- und disziplinübergreifend geschehen.

 

Ziel ist es, während der Studienfahrt den Studierenden einen Eindruck zu vermitteln, unter welchen Bedingungen Menschen in der Diaspora gelebt haben (vor allem im Blick auf die Zeit des Sozialismus) und heute - im Jahr 2009/10 - leben. Außerdem werden die Teilnehmer aber auch Menschen begegnen, die entweder aus Desinteresse oder bewusst mit Gott nichts zu tun haben wollen.

 

Und gleichzeitig werden sie Menschen begegnen, die - so typisch für eine areligiöse Umgebung - auf der Suche nach Mehr sind, aber bisher noch keinen Menschen getroffen haben, der ihnen mit ihren Worten Gott ‚erklärt‘ hat. Die Fahrt hat damit auch zum Ziel, dass die Studierenden während der Tage sensibler werden für die Fragen der Menschen, die zwar auf der Suche nach Göttlichem sind, aber noch nichts mit dem christlichen Gott anfangen können. Aus diesen Resultaten und dem Blick auf derzeit schon existierende Versuche, „Christus zu den Menschen zu bringen“ ist das letzte Ziel, dass die Studenten Ideen und den Mut entwickeln, eigene Konzepte zum überzeugenden christlichen Leben inmitten einer Diaspora-Situation zu entwickeln.

 

In den ersten Tagen der Fahrt werden die Teilnehmer mit 16 bis 18-jährigen Schülern aus Sachsen zusammentreffen, die sich im Zuge einer Projektwoche auf die Erforschung nach dem Lebensentwurf Ordensleben gemacht haben. Gerade hier brauchen die Studierenden ein offenes Ohr (und ein offenes Herz), um die wirklichen Fragen der Schüler aufzunehmen und eigenes Wissen und Erfahrungen nicht wissenschaftlich, sondern menschennah anzuwenden. Im Mittelpunkt dieser Tage steht also die Zusammenarbeit mit den Schülern.

Das Aufzeigen eines klösterlichen Lebensentwurfs, der grundsätzlich ein christlicher Lebensentwurf ist, der in radikaler Weise gelebt wird, soll den Schülern Anhaltspunkte für ihr eigenes Leben bieten. So gibt es im Fremdbild des Ordenslebens Ansätze für das eigene Leben, die zum Selbstbild werden können. Wer darin Ansätze für eigenes religiöses Leben und Spiritualität erkennen kann, soll dabei nicht gehindert werden, aber es ist nicht vorrangiges Ziel.

 

Da Ordensleben zum großen Teil gleiche Indikatoren verinnerlicht wie das einer Familie, kann das Kennenlernen jenes alternativen Lebensentwurfes auf vergleichender Ebene stattfinden. Dabei wird eine Erweiterung des Wissenshorizontes der Schüler durch Erlangung grundlegender Kenntnisse über Klöster und Orden wie auch ein Abbau von Vorurteilen in Bezug auf das gesamte Christentum angestrebt. Damit leistet das Projekt auch einen von der Gesellschaft und späteren Berufswelt häufig geforderten Beitrag zur reflektierten Persönlichkeitsentwicklung des Schülers und seiner individuellen Entfaltung, indem er sich schon frühzeitig bewusst gemacht hat, wo er in der Gesellschaft stehen möchte.

 

Der zweite Teil der Fahrt wird vor allem durch Begegnungen mit Zeitzeugen geprägt sein. Fragen, wie man selbst Glauben erlebte und wie – trotz aller Probleme – Glaube gelebt wurde, wird in den Tagen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

 

Die Verantwortung für Verpflegung und Finanzen trägt Julia Wilhelms, die organisatorische Koordination übernimmt Fr. Thomas Arnold OMI. Als Vertreter der Dozenten wird P. Edward Fröhling SAC die Fahrt begleiten.